The Tunnel

Warum die langweilige Orbital M25 samt langweiligem Dartford Crossing nutzen, wenn man durch einen der aufregensten Teile Londons fahren und einen über 100 Jahre alten Tunnel nutzen kann?

Ja, er ist verdammt eng, verdammt dunkel und ja, er riecht wie die Tube. Aber genau das liebe ich am Blackwall Tunnel. Jedesmal, wenn ich die Wahl zwischen Dartford Crossing, Woolwich Ferry, Tower Bridge, Rotherhithe Tunnel und Blackwall Tunnel habe, entscheide ich mich für letzteren. Irgendwie muss man ja über den Fluss kommen. Oder zumindest drunter durch.

Er ist einfach toll. Und über die A2 rollt’s sich meist so schön in die Stadt hinein.

I slept between Rugby and Edinburgh

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Euston Station, London, halb sechs an einem Freitagabend, rush hour, so richtig viel los. Ich liebe diese Zeit auf einem großen britischen Bahnhof, hunderte Menschen stehen in der riesigen Bahnhofshalle und schauen auf Anzeigetafeln, denn in Britannien steht das Abfahrtsgleis erst fest, wenn der Zug eingefahren ist.

Ich stelle mich brav an den Ticketautomaten von Virgin an. ScotRail hat kein eigenes ticket office in London, Virgin macht das mit. Die einzigen zwei Züge ScotRails, die London täglich bedienen, sind die Caledonian Sleeper Services, einmal ins Lowland, einmal ins Highland. Mindestens 30 dieser Automaten stehen nebeneinander, vor jedem ist queuing angesagt, Britannia rule the waves. Nach wenigen Minuten bin ich an der Reihe, tippe meine booking reference in den Automaten und authorisiere mich mit meiner Kreditkarte. Einen kurzen Moment später fallen einige Network Rail Tickets aus dem Automaten. Zuerst mein eigentliches Ticket nach Fort William, dann die Reservierung für mein eigenes Schlafwagenabteil, dann ein £2.50-Voucher für den Loungewagen, mein Rückfahrtticket nach Glasgow und eine Quittung für alles.

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Ich drücke mich durch die wartende Masse auf die andere Seite der Bahnhofshalle, wo eine Treppe zur Virgin First Lounge hinaufführt, checke dort ein, nehme mir einen Kaffee, einen Cookie, eine Diet Coke und den Guardian und mache es mir in einem der bequemen Ledersessel der quiet zone gemütlich, die aber zur Rush Hour alles andere als quiet ist. Deswegen wechsle ich schnell in die working zone und finde Schreibtisch, Bürostuhl und viel wichtiger: Steckdosen en masse. Zeit, die eigenen devices zu laden. Bugger, bin ich abhängig geworden. Ein Egg & Cress Sandwich und eine Diet Coke später wird es immer leerer in die Lounge, so dass ich mich doch nochmal in die gemütlichen Sessel setze und mich dem Guardian zuwende.

Halb 9 zeigt  die Uhr, da sprang an der Wand die Anzeige des „Caledonian Sleeper: Fort William / Inverness / Aberdeen Service“ von „please wait“ zu „go to track 15“. Ich mache mich auf den Weg, Track 15 ist mitten in der Euston Station, gehe durch die ticket barriers und sehe das Ende eines bloody hell langen Zuges am Gleis stehen, fast neben jedem Wagen steht ein eigener Schaffner. Ich frage den ersten, wo ich meinen Schlafwagen nach Fort William finde, es gibt nämlich nur einen. Er grinst mich an und sagt in schönstem Scottish English „Oh dear, yours is the first one, you’ll feel, if you have to walk the whole way right up to Fort William.“ Ich bedanke mich mit einem „Cheers!“, einem Grinsen und mache mich auf den Weg. Ja, dieser Zug nimmt kein Ende. Während die anderen Bahnsteige schon enden führt meiner immer weiter an diesem langen Zug entlang.

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Am richtigen Wagon angekommen checkt mich die Schaffnerin ein, wieder im besten Scottish English. Ich mag diese Sprache, die mehr als nur Dialekt ist. Sie fragt mich ob ich ein continental oder cooked breakfast am Morgen wünsche und führt mich zu meinem Compartment. Recht eng alles, aber nicht beengend. Ich finde ein Fenster, ein Waschbecken, mehrere Möglichkeiten Gepäck und Kleidung zu verstauen, ein gut gefülltes ScotRail Amenity Kit und vor allem: ein recht gemütliches Bett, das sollte es tun für eine Nacht. Die Schaffnerin klopft nochmal, fragt ob alles passt und erklärt, wie ich den Loungewagen finde: „Tonight, you have go three coaches down to the rear, for breakfast tomorrow you’ll find it next to yours up to the front!“

Verdutzt schaue ich schon jetzt einmal up to the front, sehe aber nur die Lok von hinten. Okay, also erstmal in den Loungewagen three coaches down, eine Kleinigkeit essen. Es gibt Haggis, aber nicht für mich, ich mag das Zeugs nicht. Außerdem hatte ich gerade schon eine Kleinigkeit in der Lounge, also reicht mir ein weiteres Sandwich. Danach entscheide ich mich für Whisky, ich sitze schließlich in einem schottischen Zug, das gehört dazu. Ich bin kein großer Whisky-Trinker, weiß einen guten jedoch zu schätzen. Auf die Frage des Kellners „Which one?“ und meiner Nachfrage, welche sie den anbieten, erhoffe ich mir eine Whisky-Karte. Stattdessen rasselt er einfach Sorten, wieder in feinstem Scottish English, runter, ich kenne fast keinen. Tallisker kenne ich von meinen Tagen auf Skye, und dann natürlich Glenfiddich. Letzteren bestelle ich. Ja, das ist vermnutlich für jeden Scotch-Liebhaber ein Stich mitten ins Herz, aber mir solls für diesen Abend recht sein. Als Antwort erhalte ich ein „Twelve?“ und überlege kurz, ob er wirklich dafür £12 haben will, er aber bemerkt meine Blicke und bessert nach mit „Twelve, fifteen or eighteen years?“ auf das ich dankend antworte mit „Twelve will do!“ Er grinst freundlich.

Im Loungewagen lasse ich mich in die große Ledercouch fallen, genieße meinen Scotch und sehe den Leuten beim Essen und den Lichtern der Londoner Suburbs beim Vorbeiziehen zu. Ein älterer Herr kommt in den Wagon, grüßt mich mit einem zunickenden „Aye!“ und geht weiter zum Bistrobereich. Keine Minute später kommt er mit einer großen Flasche Scotch und einem Scotsman, einer Tageszeitung, unter dem Arm zurück, wünscht mir eine gute Nacht und geht summend Richtung Schlafwagen. Dem tue ich auch so, aber nicht bevor ich mir noch einen zweiten kleinen Glenfiddich besorgt habe.

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Im Compartment nehme ich diesen zu mir während ich im iPhone checke, dass ich gerade durch Milton Keynes fahre. Ich gebe mir einen Podcast auf die Ohren, und mache es mir gemütlich. Kurz nach Rugby schlafe ich ein.

Plötzlich ein lauter Ruck, der ganze Zug wackelt, ich wache auf. Anscheinend steht der Zug. Anscheinend werden jetzt die Kurswagen getrennt. GoogleMaps verrät mir: Edinburgh-Waverley, der Hauptbahnhof. Hier wird der ganze Zug umgebaut: Erst koppelt eine Lok den letzten Teil des Zuges ab, um diese Wagons über Stirling, Perth und Dundee nach Aberdeen zu bringen. Dann koppelt eine zweite Lok einen weiteren Teil ab, diese Wagons haben als Ziel Inverness. Zu guter letzt dockt eine Diesellok an und nimmt mich mit auf meine Fahrt in Richtung Glasgow. Ich schlummere nochmal ein.

Irgendwo zwischen Helensburgh und Garelochhead wache ich wieder auf und sehe noch kurz den Clyde, wie er breit Richtung Nordatlantik strömt. Der Zug schlängelt sich so langsam in eine bergige, unberührte Landschaft, der Loch Lomond tauch auf zusammen mit dem ersten Tageslicht. Ich mache mich frühstücksfertig und setze mich in den Loungewagen, der sich heute Morgen tatsächlich direkt einen Wagon weiter up to the front befindet (und by the way ein anderer ist). Mein cooked breakfast kommt wie im Flugzeug direkt aus dem Dampfgarer, würde mir aber nichtmal British Airways vorsetzen, so entscheide ich mich für ein richtiges Frühstück nachher in Fort William.

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Es geht weiter durch die schönste Countryside mit Halten in Crianlarich, Tyndrum und Bridge of Orchy; die Orte werden immer kleiner und bestehen nur noch aus einer einstelligen Anzahl an Häusern und einem Mini-Bahnhof. Danach führt uns die eingleisige Schiene durch das Rannoch Moor, die Haltepunkte sind wirklich nur noch für Wanderer, hier gibt es keinen Bahnsteig mehr, keine Straße, keine Häuser. Nur noch Berge, Wiesen, Moore und ab und zu Rehe und Hirsche.

Dann, kurz bevor einem das Gefühl erschleicht, gleich das Ende der Welt zu erreichen, tauchen doch immer mal wieder Häuser in der rauhen Landschaft auf und ich finde mich am Fuße des höchsten Berges Britanniens, dem höchsten aller Munros, niemand geringerem als Sir Ben Nevis wieder. Mächtig trohnt er über Fort William, an dessen kleinem Bahnhof dann doch die Zivilisation wieder erkennbar ist. Wer will, kann jetzt umsteigen in einen anderen Triebwagen, der entlang der Road to the Isles Passagiere an den gut eine Stunde entfernten Hafen von Mallaig bringt, wo schon die Fähre nach Skye wartet. Für mich endet hier jedoch die Fahrt, ich sprinte durch den Regen die kleine, nette high street entlang, an einem bagpipe player vorbei ins Pub, wo ein leckeres Full Scotish auf mich wartet. Destination reached.

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Der Caledonian Sleeper

Jeden Abend (na gut: fast jeden, denn samstags nicht) verlassen zwei Schlafwagenzüge Londons Euston Station mit dem Ziel Caledonia (das in letzter Zeit nach dem Abzug der Römer eher Scotland genannt wird).

Die Züge sammeln in England an der West Coast Main Line entlang noch ein paar Mitreisende ein. Nach einem Gin & Tonic, mitten in der Tiefschlafphase, überqueren sie die schottische Grenze und werden dann in mehrere einzelne Kurswagen getrennt: Der eine Teil des Lowland Sleepers verkehrt nach Glasgow, der andere in die Hauptstadt Edinburgh. Der andere Zug, der Highland Sleeper, wird gar in drei Teile getrennt und verkehrt nach Aberdeen, Inverness und nach Fort William. Gerade das letztere Ziel ist sehr bekannt, liegt es doch mitten im Scottish Highland am Fuße Britanniens höchstem Berg, dem Ben Nevis, idyllisch am Loch Linnhe. Ich war da mal ein paar Tage und fand die Gegend wunderschön.
Die Strecke verläuft am Großraum Glasgow vorbei, entlang dem malerischen Loch Lomond, einspurig, ohne parallele Straße oder anderer Infrastruktur mitten durch die Berge und hält an so kleinen (für mich nach Whisky klingenden) Bahnhöfen wie u.a. Crianlarich, Upper Tyndrum, Rannoch und Tulloch.

Ich werde im November diese Strecke abfahren und berichten.

OS Maps

Ich liebe Karten. Egal, wohin ich fahre und wie viele Möglichkeiten mir die Mitnahme von Navigationssystemen und Smartphones bieten, ich habe zuvor mindestens eine Papierkarte gekauft.

Tourenplanung funktioniert so richtig gut nur mit einer vor mir ausgebreiteten Papierkarte. Und diese funktioniert ohne Strom und Mobilfunknetz. Und ja, sie riecht nach Papier und Druckfarbe. Ich mag das, da bin ich altmodisch.

Ich kann sie handlich knicken, ich kann sie riesig ausbreiten, ich kann Orte markieren, Entfernungen verstehen und Höhenunterschiede erkennen. Ich liebe Karten.

Ich habe viele Karten von allen Gegenden, in denen ich mich herumgetrieben habe. Meist sogar mehrere, ich will ja vergleichen können.

Ich mag die Karten des IGN, des französischen Institut Géographique National. So richtig verliebt habe ich mich aber in die OS Maps, die Karten des britischen Landesvermessungsamtes „Ordnance Survey“. Der Name hat was Militärisches. Na, da kommt die Idee her, präzise Karten zu zeichnen.

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Das ist meine Sammlung, bis jetzt zumindest.

Der Ordnance Survey gibt neben ein paar Sonderausgaben hauptsächlich Karten drei unterschiedlicher Typen heraus.

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Da gibt es Travel Maps in silber-blau. Sie eignen sich hervorragend zur Planung eines Trips, meist beinhalten sie eine komplette Urlaubsregion wie den Lake District, die Cotswolds oder Cornwall.
Sie sind im Maßstab 1 : 100 000, ein 1 cm sind also 1 km, bzw., wir befinden uns auf den Inseln: 1 Zoll sind 1 ½ Meilen. Nur die Schottlandkarte ist 1 : 500 000, there’s not so much to print on a map. Schottland ist groß und weitflächig, für den gleichen Einsatzzweck braucht’s einfach nicht soo viel Karte.

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Mit den Travel Maps plant man also seine Tour. Alle großen Straßen, Motorways, A- und B- Roads sind abgebildet. Man erkennt historische Orte (z.B. die vom English Heritage oder National Trust), Parkplätze und dual carriageways, sehr wichtig bei langen Überlandstrecken ohne Motorway. Auf Höhenlinien verzichtet der Ordnance Survey komplett, schafft es aber hervorragend, mit einer plastischen Schattierung Höhenunterschiede darzustellen.

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Dann gibt es die orangen Explorer Maps. Sie haben den größten Maßstab mit 1 : 25 000 (4 cm sind 1 km bzw. 2 ½ Zoll sind 1 Meile), eignen sich also für sehr detaillierte Planungen von Wanderungen oder Radtouren. Der Ordnance Survey zeichnet die kleinsten Pfade, Cairns (Steinhaufen) und Bachläufe zusammen mit sehr detaillierten Höhenangaben, man erkennt präzise Entfernungen und Steigungen sowie gefährliche Abgründe, Felswände, Klippen und Bergspalten. Sobald man ein Rucksack packt, gehört diese Karte einfach mit dazu.

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Und selbst Stadtregionen sind perfekt gezeichnet in diesem Maßstab, jedes Grundstück, ja jedes Haus ist erkennbar. Wer sich erst einmal in diesen Detailgrad verliebt hat, wird auf der Suche nach guten Karten für Deutschland oder Frankreich verzweifeln…

Neben den bekannten A-Z Stadtplänen empfehle ich die Explorer Maps selbst für Wanderungen durch Großstädte wie London.
1 : 25 000 kann natürlich nicht Straßennamen abbilden, zeigt aber wunderschön Topographie und interessante Punkte auf. Dank des hohen Detailgrads würde ich eher auf den Stadtplan als auf die Explorer Map verzichten.

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Und dann gibts da noch so ein Zwischending, die pinken Landranger Maps. Diese bringen doppelt so viel Gegend auf eine Karte wie eine Explorer Map, sind also 1 : 50 000 (2 cm sind 1 km bzw. 1 ¼ Zoll sind 1 Meile), verlieren aber das Detail der Explorer Maps. Anscheinend sind sie sehr beliebt, bei mir jedoch nicht sonderlich, deswegen habe ich gerade mal drei Stück. Und die auch eigentlich nur von schottischen Landesteilen, denn, you know, there’s not so much to print on a map. Wenn ich auf diese Karten schaue, sehe ich in erster Linie Höhenlinien, die mir viel zu aufdringlich erscheinen. Kann man machen, erfüllen auch ihre Funktion, aber hübsch sind sie nicht. But it’s purely a matter of taste.

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Die Karten gibt es online direkt beim Ordnance Survey, aber auch bei Amazon & Co. und natürlich vor Ort in den Buchhandlungen. Letztere empfehle ich, egal ab unabhängiger Village-Shop in den Highlands oder die großen Ketten wie WH Smith und Waterstone’s, oft gibt es 3-for-2-Angebote, die einen noch mehr zum Kartenfieber verleiten. Und wer den Duft einer OS Map erst einmal geschnüffelt hat, die Detailverliebtheit und Liebe zur Perfektion erkannt hat, der findet jede andere Karte hässlich.

Wo, zum Teufel, ist das nächste Pub…?

Ein paar Infos zum gerade besuchten Castle? Kein Problem. Uff, Regen. Ob das heute so bleibt? Egal, erstmal ’nen Kaffee. Wo ist der nächte Costa…?
Quer durch die Gegend navigieren, egal ob zu Fuß, per Bahn oder Auto ist mit Hilfe des Internets viel unkomplizierter. Wenn man alleine reist, spielt auch noch die soziale Komponente eine Rolle: Schnell mal bei Twitter, Facebook und Co. mit Freunden schreiben und Photos teilen. Oder bei spontaner Urlaubsplanung: Was kostet das Travelodge in Lancaster? Gibt’s ein gutes B&B auf Ardnamurchan? Wie schnell komme ich da hin? Und wo, zum Teufel, ist das nächste Pub…?

B&Bs bieten sehr oft WiFi, das ist dann auch meist kostenlos und unlimitiert. Cafès und Fastfoodrestaurants bieten dies auch, oft aber nur für eine bestimmte Zeit oder bis zu einer bestimmten Menge kostenlos. Die meisten Hotels sehen WiFi noch als Zusatzverdienst und nehmen, je nach Kette, teils Wucherpreise.

Für unterwegs brauchts also eine Prepaidkarte fürs Smartphone, auf den Inseln „Pay as you go“ oder „Pay & Go“ genannt. Die gibt’s im UK problemlos, ohne Registrierung, teilweise an der Supermarktkasse und entweder kostenlos oder für sehr wenige britischen Pfünderchen. Ist das Mobiltelefon nicht vom heimischen Betreiber für andere Karten gesperrt, ist die Pay as you go trotz immer günstiger werdende EU-Roamingpreise die bessere Alternative.

Wer sich außerhalb Ballungsgebieten in den Ferienregionen herumtreibt, sollte nicht den günstigsten Tarif und Betreiber aussuchen, denn gerade in abgelegenen Gebieten trennt sich die Spreu vom Weizen der Netzbetreiber. Der günstige Tarif nützt einem in den Highlands nichts, wenn das Mobiltelefon 50km vom Netz entfernt ist. Urlauber in den Nationalparks im Norden Englands, im ländlichen Wales, an den Küstengebieten im Südwesten und erst recht in den Highlands und auf den Hebriden sollten sich die Netzabdeckungskarten der Betreiber, die Coverage Maps, sehr genau ansehen.

Im UK gibt es vier Mobilfunknetzbetreiber, neben O2, Vodafone und 3 haben sich gerade Orange und T-Mobile zu einem neuen großen zusammengeschlossen. Diese Unternehmen betreiben eigene Netze und lassen in diese weitere Provider, Reseller. Um einen Überblick zu gewinnen, liste ich einige Tarife auf, ohne jegliche Gewähr auf Vollständigkeit. Zudem mit Blick eines UK-Urlaubers, der Internet verwendet und eher mit Deutschland telefonieren möchte, als innerhalb UKs. Für Auswanderer und Briten bietet sich also oft ein anderer Tarif eher an.

Wir reden hier über das UK, also England, Wales, Schottland und Nordirland. In der Republik Irland, auf der Isle of Man und auf den Kanalsinseln gibt es andere Mobilfunkbetreiber und Tarife, dazu später einmal mehr.

Tarife und Netze ändern sich, diese Informationen sind Stand November 2012. Von Zeit zu Zeit werde ich über große Veränderungen berichten.

Netzbetreiber im UK

O2 (o2.co.uk)

O2-UK ist das alte BT Cellnet, also das Netz der British Telecom, heute in Hand der spanischen Telefónica. Es hat eine gute 2G-Versorgung (GSM 900) für Telefonie, auch in abgelegenen Gebieten. Die 3G-Versorgung (UMTS 2100 & UMTS 900) am Land ist sehr unterschiedlich, aber Ballungsgebiete, Städte und Ortschaften über 1000 Einwohner sind gut versorgt (Netzabdeckungskarte).

Vodafone (vodafone.co.uk)
Vodafone betreibt, wie O2, sein Netz seit den frühen 90ern, hat eine gute 2G-Versorgung (GSM 900) und auch gute 3G-Versorgung (UMTS 2100), wenn man von abgelegenen, ländlichen Regionen wie z.B. den Highlands absieht (Netzabdeckungskarte).

EverythingEverywhere (T-Mobile UK & Orange) (ee.co.uk)

EE ist der jüngste Betreiber im UK und ein Zusammenschluss aus der französischen Orange und der deutschen T-Mobile, die Ihre 2G- (GSM 1800) und 3G-Netze (UMTS 2100) zusammengelegt haben, um so mehr Kunden mit besserem Netz versorgen zu können. Orange hatte eine gute 2G-Versorgung, auch in abgelgenen Orten, T-Mobile eine gute 3G-Versorgung. Kunden profitieren also von der doppelten Anzahl an verfügbaren Netzen und damit eine höhere Chance auf Versorgung. Zudem ist EE momentan der einzige Anbieter mit verfügbarem 4G-Netz (LTE 1800) in größeren Städten (Netzabdeckungskarte).

Pay as you go-Tarife werden aktuell noch von Orange (orange.co.uk) und T-Mobile (t-mobile.co.uk) vermarktet, auf der Website von EE findet man derzeit nur Vertragstarife.

3 (three.co.uk)

3 gehört zum chinesischen Konzern Hutchison Whampoa und hat ein gut ausgebautes 3G-Netz (UMTS 2100), jedoch in abgelegenen Gebieten wie den Hebriden und Nordirland nicht überall Netzversorgung. Es besteht in diesen Gebieten ein Roamingabkommen mit Orange, Kunden können also das Orange-2G-Netz (jetzt Teil des EE-Netzes) für Telefonie mitnutzen (Netzabdeckungskarte). Ein eigenes 2G-Netz unterhält 3 nicht, wartet jedoch, wie O2 und Vodafone auch, auf Lizenzerteilung zum Aufbau eines 4G-Netzes. Pluspunkt für viele: Tethering (also Nutzung der Internetflat am Notebook) und Voice over IP (Skype, SIP) sind gestattet und funktionieren. All-you-can-eat-Data ist eine der wenigen, echten Flatrates, also ohne Mehrkosten oder Geschwindigkeitsdrosselung.

Ausgewählte Provider/Reseller

O2, Vodafone, EE, 3 und Virgin haben eigene Läden auf den High Streets und Shopping Centres im Land. In diesen kann man natürlich nur die SIM-Karte des jeweiligen Betreibers kaufen. Daneben gibt es unabhängige Telefonläden und Ketten wie u.a. Carphone Warehouse, die SIM-Karten mehrerer Netzbetreiber und Provider verkaufen. An Supermarktkassen findet man oft nur SIM-Karten der Supermarkteigenen Provider (TescoMobile, ASDA Mobile), jedoch gibt es in großen Märkten Mobilfunkabteilungen, die Karten anderer Betreiber und Provider verkaufen und aufladen. Und dann gibt es noch die vielen, kleinen Lädchen um die Ecke, die Off-Licences, Londis und Premiers, in denen man oft auch SIM-Karten kaufen und aufladen kann.

Einige wenige Discounter bieten nur Online-Versand an. Mit einer britischen Adresse kann man sich fast jede Karte kostenlos zuschicken lassen, ohne Adresse wird man für wenige £ auch bei ebay.co.uk notfalls fündig.

Man kauft die Karte (oft ist sie ja kostenlos), läd seinen ersten Credit auf („I’d like to top up my Pay as you go…“) steckt sie ohne Registrierung ins Smartphone und… Biiing! Da ist Begrüßungs-SMS mit eigener Rufnummer, los geht’s.

My First and Last

Überall auf den Inseln findet man „First and Lasts“, meist Pubs oder Inns, die sich an signifikanten geographischen Stellen befinden; das bekannteste ist wohl das an Land’s End. Irgendwie erinnern sie mich immer ein wenig an das deutsche Schild „Letzte Tankmöglichkeit vor der Autobahn“, als gäbe es dort keine Tankstellen. Bei Gretna Green an der englisch-schottischen Grenze befindet sich auch solch ein „First and Last“-Pub, ganz so, als gäbe es keinen dahinter.

Das hier ist mein „First and Last“, bis jetzt eigentlich und hoffentlich nur mein „First“.

Es steht an keiner markanten Stelle, sondern an der A2 zwischen Canterbury und Faversham und es ist nur ein langweiliges Little Chef.
Aber hier hatte ich Erstkontakt mit einem Briten und gleich anschließend meine ersten Fish & Chippies. Frisch mehrfach frittiert, Pea Mash dazu und Vinegar darüber, dazu einen großen, starken Americano aus der Kenco-Maschine. Zudem die Möglichkeit, in ungefährlicher Entfernung das Verhalten der Briten zu studieren, denn, ja, irgendwie läuft hier alles schon ein bisschen anders als am Kontinent.

Ich werde es immer wieder besuchen, nur der Tradition wegen. Es ist nicht irgendeine Tradition, es ist meine eigene. Ich liebe solche Orte.

 

 

 

Dover, Kent

Egal wie, wir sind nun endlich angekommen. Vielleicht sogar in Dover im schönen WhiteCliffsCountry.

Ich mag Dover. Nicht gerade das hübscheste Städtchen, das Fährterminal ist eher hässlich und die Promenade nicht wirklich einladend (sofern man die Hochhauszeile überhaupt als Promenade bezeichnen kann), aber ich mag Dover.

Denn Dover hat einiges zu bieten. Könnte ich noch einmal zum ersten Mal nach England reisen, mein erster Trip würde von der Fähre runter, durch Border Agency, Customs und den ersten Kreisel, an der Ampel rechts und gleich nochmal rechts, hoch zum Dover Castle führen.
Ja, es ist manchmal voller Touristen. Ja, es ist eins der teuersten Properties, die der English Heritage zu bieten hat. Aber es kann niemand abstreiten: Es ist eins der schönsten und größten Castles überhaupt. Nehmt es mit. Gerade mit einem Overseas Pass vom English Heritage relativiert sich der Eintrittspreis. Und wer rauf auf den Tower klettert, der bekommt eine wunderschöne 360°-Sicht auf die Stadt, das Meer, das Fährterminal und die White Cliffs. Bei guter Sicht kann man rüber bis zum Kontinent schauen und sieht am Horizont das Cap Blanc-Nez in der Sonne funkeln. Hach.

Und noch ein Highlight, einfachst zu erreichen: Vom Castle kommend zweimal rechts abbiegen (Ja, das ist wie das Linksabbiegen auf dem Kontinent) und man landet in der Upper Road, die hoch auf die Klippen führt. Hier parkt man am National Trust Parkplatz und bestaunt The White Cliffs of Dover. Am liebsten am Abend, da ist dann der Parkplatz geschlossen, aber man findet schon eine Parkmöglichkeit nahe der Spitzkehre. Denn abends sind hier weniger Touris unterwegs und die wahre Bevölkerung der Klippen traut sich heraus: Hasen. Hunderte. Zwischen ihnen findet man auf alle Fälle noch ein Plätzchen im kurzen Klippengras, notfalls auch auf einer Bank, um dem Treiben am Fährterminal zu folgen. Die Sichheitshinweise und Durchsagen schallen von unten, man versteht jedes Wort.

Von hier kann man einen Abendspaziergang zum South Foreland Lighthouse machen, oder noch ein Stückchen weiter, in St-Margarets-at-the-Cliffs, im gemütlichen Pub The Coastguard sein erstes echtes Pint zu sich nehmen.

Welch glorreicher Abend. Cheers!

Ankommen auf vier Rädern

Für Zug und Flug gab es präzise Detailinformationen von mir, für Reisen mit dem Auto erspare ich mir das. Es ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, aber es ist einfach, gemütlich, unkompliziert. Ich liebe es.

Das Auto ist definitiv mein Lieblingsfortbewegungsmittel auf den Inseln. Und wenn man in jede erdenkliche Ecke der Inseln reisen möchte ohne eine Mehrtageswanderung einzuplanen, dann ist es die einzige Möglichkeit.

Freilich kann man auch auf mehr als vier Rädern ankommen: Mit dem Linienbus (Ja, es gibt welche), mit dem Reisebus (wie langweilig), vielleicht auch als Hitchhiker im LKW (Gosh, serious?). Diese Möglichkeiten lasse ich mal bewusst aus.

Die Inseln wären keine Inseln, wenn kein Wasser drumherum wäre. Genau hier stellt sich schon die erste Gewissensfrage: Fähre oder Tunnel?

Fähren (von Calais, Dunkerque und Boulogne-sur-Mer) sind meist günstiger als der Eurotunnel, längst nicht so schnell, aber empfehlenswert, wenn man zwei gemütliche Stunden über den Kanal shippern will und sich bei einem Käffchen zur Cornish Pasty von der langen Autofahrt erholen möchte. Genau das bietet die Fähre, auch noch vor spektakulärer Kulisse: Den White Cliffs of Dover.

Manche Technikfans (wie mich) wird der Tunnel interessieren, schließlich fährt man mit dem Auto in einen Zug, der dann den Kanal unterquert. Excited? Not really, es ist stinklangweilig. Tief im französischen Hinterland bei Coquelles fährt man in einen Zug, der innen einer viel zu langen Waschanlage ähnelt. Hier parkt man, stellt sein Radio auf die angegebe Frequenz ein, lauscht Sicherheitshinweisen und bewundert LED-Anzeigen.

Gut 30 Minuten später verlässt man die Waschanlage. Das Auto ist nicht sauber geworden und man hat weder Meer noch White Cliffs gesehen, denn man darf im Hinterland von Folkstone gleich aus dem Zug auf den M20 Richtung London auffahren.

Also: Fähre! Sowas von. Von Calais mit P&O oder DFDS, von Dunkerque nur mit DFDS und von Boulogne mit LD Lines: Alle kommen in Dover an, von dort gehts auf die A2 (M2) Richtung Canterbury oder auf dem M20 Richtung Ashford.

Wer nach Nordengland oder Schottland möchte, der sollte sich vielleicht auf der DFDS-Linie IJmuiden (bei Amsterdam/Haarlem) nach Newcastle-upon-Tyne eine Kabine buchen, denn so verbringt man eine Nacht auf der Nordsee und ist morgens ausgeschlafen zur Weiterfahrt in Newcastle.

Dann gibts noch Verbindungen von Rotterdam, Hoek van Holland und Zeebrugge nach Hull und Harwich, zudem von französischen Hafenstädten in der Normandie und der Bretagne nach Südengland. Veilleicht ist da ja was passendes dabei.

Möchte man weiter nach Irland, so verkehren die Hauptrouten von Pembroke, Fishguard und Swansea im Südwesten Wales in den Süden Irlands, von Holyhead in Nordwales in den Raum Dublin, von Liverpool nach Dublin und Nordirland und von Schottland aus nur nach Nordirland.

Fährüberfahrten bucht man am besten vorab im Internet direkt auf den Websiten der Fährgesellschaften. Das ist meist am Günstigsten. Scheut man weder höhere Preise und evtl. längere Wartezeiten, kann man auch direkt am Hafen Tickets kaufen.
Nicht die Entfernung bestimmt den Preis, eher die Kombination aus Größe der Fähre und Fahrtintervall.
So sind im Stundentakt verkehrende Fähren nach Dover weitaus günstiger (wohl auch wg. Konkurrenzdruck) als kleine Fähren zu den äußeren Hebriden, der Isle of Man oder den Kanalinseln.

Auf den Inseln fährt man links. Zumindest da, wo die Straße breit genug dazu ist.
Linksfahren ist eigentlich gar nicht so schwer, wenn auch der britische Highway Code einige Besonderheiten bereit hält, von denen ich später berichten werde. Auf alle Fälle ist Angst vorm Linksfahren oft unbegründet. Wer ordentlich rechts fahren kann, der kann es auch links.

Ankommen durch die Wolken

Städteurlauber und Mietwagennutzer werden das Flugzeug allen anderen Verkehrsmitteln bevorzugen. Gerade für einen Städtetrip bietet Fliegen die ökonomischte Anreise: Schon für wenige Euros oder Pfünderchen fliegen Billigairlines wie Ryanair, Easyjet oder Germanwings auf die Inseln und selbst Linienflüge von Lufthansa, AirBerlin, BA, BMI oder AerLingus sind erschwinglich, oft sogar günstiger, wenn man den kompletten Reisepreis Tür-zu-Tür betrachtet, denn Billigairlines nutzen meist ausgediente Militärflughäfen weit außerhalb großer Städte, während Linienflüge zu den großen Drehkreuzen nahe der Stadt führen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens angebunden sind.

Es gibt viele große und kleine Flughäfen auf den Inseln. Der größte ist definitiv Heathrow. Schließlich auch der größte Europas und der drittgrößte weltweit.

Er liegt am westlichen Rand Londons, noch innerhalb des Autobahnrings M25 und wird nur per Linienflug bedient. Zudem ist er Drehkreuz von BA (British Airways), bmi (British Midlands International) und Virgin Atlantic. Man findet von allen großen deutschen Flughäfen Linienflüge ab ca. 100€ retour. Lufthansa fliegt tagsüber ungefähr im 60-Minutentakt nach Heathrow.

Von dort kommt man gut und günstig in die Londoner Innenstadt per Tube (ab £2.90). Schneller (und deutlich teurer) gehts per Heathrow Express zur Paddington Station, £32 retour, damit Großbritanniens teuerste Zugverbindung (in Anbetracht der geringen Entfernung).

Wer bequem London erreichen möchte, hat die Chance, am London City Airport zu landen, einem sehr kleinen Flughafen im Osten Londons. Start- und Landebahn liegt in einem alten Dock nahe der Themse. Verbunden mit dem Londoner Verkehrssystem ist der Flughafen mit der Docklands Light Railway (ab £2.60), die einige Umsteigepunkte zum restlichen Netz bietet, aber auch die Finanzzentren um die Canary Wharf und der London City (Bank Station) direkt bedient. Flugpreise sind bei früher Buchung nicht unbedingt teuer, so fliegt die Lufthansa CityLine schon ab Frankfurt für 120€ retour.

Auf halber Strecke zwischen London und Brighton befindet sich Gatwick, der Charterflughafen Südostenglands schlechthin, hier trifft man viele Briten auf dem Weg in die Ferien. Aber Gatwick wird auch per Linie angeflogen, z.B. von Lufthansa ab ca. 90€ retour. Mit dem Gatwick Express erreicht man die Londoner Victoria Station in ca. 35 Minuten für £28 retour, zudem ist die östliche Südküste Englands mit seinen Seebädern Brighton, Eastbourne und Hastings nicht weit entfernt.

Auf halber Strecke zwischen London und Northampton befindet sich Luton, ebenfalls beliebt für Charterflieger, aber auch LowCost Airlines landen hier. Per Bahn ist der Flughafen nicht gut angebunden, man muss per Bus zum Bahnhof, also kann man auch gleich damit nach London (ca. eine Stunde Fahrtzeit).

Der jedoch wichtigste Flughafen für LowCost Airlines ist Stansted, auf halben Weg zwischen London und Cambridge. Die Londoner Liverpool Street Station erreicht man per Stansted Express für £32 innerhalb 45 Minuten. Stansted bietet sich außerdem an, wenn man Cambridge oder East Anglia unsicher machen will.

Fassen wir mal kurz zusammen:

  • Heathrow (im Westen Londons)
    Perfekt für Städtereise London, zum Umsteigen (Bus, Zug, Flugzeug Drehkreuz BA & bmi)
    Pro: bequem und günstig in die Londoner Innenstadt per Tube
    Contra: riesig, lange Wegzeiten vom Terminal zu den Gates
  • London City Airport (im Osten Londons)
    Perfekt für Städtereise London
    Pro: sehr kleiner Airport, kurze Wegzeiten, bequem und günstig in die Londoner Innenstadt per DLR,
    Contra: wenige (und teils teure) Flüge, nur kleine Flugzeuge
  • Gatwick (zwischen London und Brighton)
    Für Städtereise Brighton und London, Startpunkt für Südengland-Urlaub
    Pro: günstige Flüge
    Contra: weit entfernt zur Londoner Innenstadt, meist Charterflüge
  • Luton (zwischen London und Northampton)
    Startpunkt für Urlaub in den Midlands, für Billigflug nach London
    Pro: günstige Flüge
    Contra: weit entfernt zur Londoner Innenstadt
  • Stansted (zwischen London und Cambridge)
    Pro: günstige Flüge
    Contra: weit entfernt zur Londoner Innenstadt

Nun gut, nicht jeder will nach London oder drumherum. Viele Airlines (egal ob LowCost oder nicht) bieten Direktflüge zu anderen Airports:

Frankfurt Heathrow, Gatwick, London City, Birmingham, Manchester, Edinburgh, Aberdeen, Dublin (Lufthansa)
Heathrow, London City, Stansted, Manchester, East Midlands (BA)
Manchester, Birmingham (bmi)
Heathrow, Gatwick, Stansted, Edinburgh, Guernsey, Jersey, Shannon (AirBerlin)
Manchester, Newcastle (Brussels Airlines)
Dublin (AerLingus)
Southampton, Glasgow (Flybe)
Hahn (Hunsrück) Stansted, Manchester, Edinburgh, Dublin, Kerry, Knock (Ryanair)
Dortmund Luton (EasyJet)
Düsseldorf Heathrow, Newquay, Birmingham, Manchester, Newcastle, Edinburgh, Inverness, Dublin, Knock (Lufthansa)
Heathrow, Birmingham, Manchester (BA)
Heathrow, Manchester (bmi)
Gatwick, Stansted (AirBerlin)
Gatwick (EasyJet)
Edinburgh, Dublin (AerLingus)
Southampton, Exeter, Birmingham, Manchester (Flybe)
Köln/Bonn Stansted (BA)
Heathrow, East Midlands (bmi)
Gatwick, Edinburgh (EasyJet)
Weeze (Niederrhein) Stansted, Leeds, Edinburgh (Ryanair)
Hamburg Heathrow, Birmingham, Manchester (Lufthansa)
Heathrow (BA)
Heathrow (bmi)
Gatwick (AirBerlin)
Gatwick, Luton, Manchester (EasyJet)
Dublin (AerLingus)
Birmingham (Flybe)
Bremen Stansted, Edinburgh, Manchester (Ryanair)
Heathrow, Manchester (Germanwings)
Leipzig/Halle Heathrow (BA)
Stansted (Ryanair)
Heathrow, Manchester, Edinburgh, Dublin (Germanwings)
Dresden Heathrow (bmi)
Stansted (AirBerlin)
Heathrow, Stansted, Manchester, Edinburgh, Dublin (Germanwings)
Berlin-Brandenburg Birmingham, Manchester (Lufthansa)
Heathrow (BA)
Heathrow (bmi)
Stansted, East Midlands, Dublin (Ryanair)
Stansted (AirBerlin)
Gatwick, Luton, Bristol, Manchester, Liverpool, Glasgow (EasyJet)
Stansted, Edinburgh, Dublin (Germanwings)
Dublin (AerLingus)
Nürnberg Gatwick, Stansted (AirBerlin)
München Heathrow, Birmingham, Dublin (Lufthansa)
Heathrow (BA)
Heathrow, East Midlands (bmi)
Stansted (AirBerlin)
Gatwick, Stansted, Manchester, Edinburgh (EasyJet)
Heathrow, Stansted, Manchester, Edinburgh (Germanwings)
Dublin, Cork (AerLingus)
Memmingen Stansted, Manchester, Edinburgh, Dublin (Ryanair)
Karlsruhe/Baden-Baden Stansted (Ryanair)
Stuttgart Manchester (Lufthansa)
Heathrow (BA)
Heathrow, Stansted, Manchester (Germanwings)
Dublin (AerLingus)
Birmingham (Flybe)
Hannover Manchester (BA)
Heathrow (bmi)
Heathrow, Stansted (Germanwings)
Southampton, Birmingham, Manchester (Flybe)
Friedrichshafen Dublin (Germanwings)

Sollte kein Direktflug möglich sein, so heißt es: Umsteigen!

Viele abgelegene Flughäfen sind nur für kleinere Verkehsmaschinen ausgebaut. Gerade abgelegene Ecken in Schottland, Irland und auf kleineren Inseln werden von lokalen Fluggesellschaften bedient, so u.a. Flybe und Loganair. Diese fliegen von ihren Hubs (Drehkreuzen, meist Glasgow, Dublin, Heathrow) auf die Hebriden, Shetlands, Orkneys oder Scillys, zur Isle of Man, zu den Kanalinseln oder einfach zu entlegenen Orten in den Highlands oder in Irlands wildem Westen.

Ankommen auf der Schiene

Die wohl bekannteste Zugverbindung ist der Eurostar. Von den kontinentalen Bahnhöfen Paris (Gare du Nord), Brüssel (Midi), Lille (Gare de Europe) und Calais (Fréthun) erreicht man in kürzester Zeit die englischen Bahnhöfe Ashford International, Ebbsfleet International und London St Pancras International. Zudem fährt der Eurostar auf dem Kontinent saisonal auch nach Marne-la-Vallée (für Disneyland), Avignon und zu Bahnhöfen in den Wintersport-Mekkas der französischen Alpen.

Von Deutschland aus muss man also nur nach Frankreich oder Belgien kommen. Das geht am besten mit dem ICE, TGV oder Thalis, die u.a. von Köln, Frankfurt und Saarbrücken direkt nach Paris, Lille oder Brüssel durchfahren. Dort angekommen checkt man sein Gepäck wie im Flughafen am Eurostar-Terminal ein und ist ca. 2 Stunden später in St Pancras.

Alternativ zum Eurostar kann man sich auch der traditionellen Methode bedienen, schließlich gibts den Eurotunnel erst seit den 90ern, und mit dem Zug zum Fährhafen fahren. Die Terminals in Calais, Dunkerque, Zeebrugge, Hoek van Holland und IJmuiden sind so ausgebaut, dass man mit dem Zug direkt zum Fährterminal fährt und als Fußpassagier die Fähre erreicht. Auf britischer Seite kann man von den Terminals wieder direkt auf den Zug umsteigen. Gerade, wenn man nach Nordengland oder Schottland möchte, kann die Strecke über IJmuiden (bei Amsterdam) weitaus kürzer sein. Dort legt die Fähre abends ab, man verbringt die Nacht am Schiff und morgens ist man in Newcastle-upon-Tyne.

Egal, ob Eurostar oder nicht, irgendwann ist man in einem der vielen Londoner Kopfbahnhöfe angekommen und wenn man nicht gerade ein paar Tage in einer der spannensten Städte der Welt verbinden will, muss man irgendwie weiterkommen.

Man sollte sich vorher im Klaren sein, dass es in Großbritannien nichts Vergleichbares zur Deutschen Bahn oder zur französischen SNCF gibt. Es gibt mehrere große Eisenbahngesellschaften, die unterschiedliche Strecken und Ziele bedienen. Und es gibt noch mehr Londoner Kopfbahnhöfe, von denen deren Züge abfahren. Also muss man wahrscheinlich erstmal Tube (U-Bahn) fahren, um den richtigen Bahnhof zu erreichen. Hier die wichtigsten:

Bahnhof Gesellschaft Richtung
Blackfriars &
City Thameslink
First Capital Connect
Southeastern
Gatwick
Luton
Bedford
East Sussex
Cannon Street Southeastern Kent
East Sussex
Charing Cross Southeastern
Southern
Kent
East Sussex
Euston Virgin
ScotRail
London Midland
Birmingham
Liverpool
Manchester
Glasgow
Edinburgh
Highlands
North Wales
Holyhead
Fenchurch Street c2c Essex
King’s Cross East Coast
First Capital Connect
Hull Trains
Cambridge
Peterborough
York
Newcastle
Edinburgh
Liverpool Street National Express East Anglia Norwich
Stansted
London Bridge Southeastern
Southern
First Capital Connect
Kent
East Sussex
Gatwick
Luton
Bedford
Marylebone Chiltern Railways Buckinghamshire
Birmingham
Moorgate First Capital Connect Bedford
Luton
Hertfordshire
Paddington First Great Western
Heathrow Express
Heathrow Connect
Heathrow
Swindon
Bath
Bristol
South Wales
St Pancras Midland Mainline
Eurostar
Bedford
Luton
Nottingham
Derby
Sheffield
Leicester
Leeds
Kent
Frankreich
Belgien
Victoria Southeastern
Southern
Gatwick Express
Kent
Sussex
Gatwick
Waterloo South West Trains Surrey
Hampshire
Bristol
Wessex
Devon
Cornwall
Waterloo East Southeastern
Southern
Kent
East Sussex

Es gibt sehr angenehme Schlafwagen-Direktverbindungen von den Londoner Bahnhöfen aus in die entlegensten Teile der Inseln: So fährt der Caledonian Sleeper abends um 8 in Euston ab und wird früh morgens in Edinburgh in drei Züge aufgeteilt: Der Highlands Deerstalker schlengelt sich an den höchsten Bergen Großbritanniens vorbei zur schottischen Outdoor-Hauptstadt Fort William, der Aberdeen Sleeper bringt einen direkt an die schottische Nordseeküste und der Inverness Sleeper fährt bis ans östliche Ende von Loch Ness. Von dort kann man in die Kyle of Lochalsh Line umsteigen und eine Panoramafahrt durchs schottische Hochland zur Isle of Skye erleben.

Der First Great Western’s Night Riviera Sleeper verlässt Londons Paddington Station um 23.45 Uhr und erreicht morgens Penzance an der Südwestspitze Cornwalls, kurz vor Land’s End.

Virgins Super Voyager verlässt morgens um 09.10 Uhr Euston Station und erreicht pünktlich um 13.50 Uhr das Holyhead Fährterminal auf der walisischen Isle of Anglesey, von der 20 Minuten später die Fähre nach Dublin ausläuft. In Dublin angekommen erreicht man alle Ziele jeder Ecke Irlands mit einem Anschlusszug.