England Walks – Kinder Scout Walk

Strecke

  • ~10 km vom Parkplatz aus, Bus- bzw. Zugfahrer zusätzlich ~3 km von Hayfield zum Parkplatz und zurück
  • ~400 Höhenmeter hoch und wieder runter
  • teilweise unbefestigter Pfad, teilweise durch Schaf- und Rinderweiden, teilweise Straße, teilweise sehr steiniger Wanderweg

Erreichbarkeit

  • Northern Rail bis New Mills, Glossop, Buxton, Stockport oder Macclesfield (alle erreichbar von Manchester Piccadilly)
  • High Peak Buses Linie 61, 64 oder 69 bis Hayfield Bus Station

Ausrüstung

Hayfield ist ein nettes, kleines Örtchen im äußersten Nordwesten von Derbyshire, mitten in den High Peaks des Peak District National Parks.

Autofahrer biegen in Hayfield am Besten auf die Kinder Road ab und fahren weiter Richtung Kinder Reservoir. Nach dem Ortsende kommt links ein kostenpflichtiger Parkplatz. Alternativ kann man auch auf der Straße parken.

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Es geht los. Der erste Teil der Strecke verläuft im engen Tal neben dem rauschenden River Sett entlang vorbei an malerischen Schafweiden und einigen Cottages.

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Nach einem kleinen Anstieg erreichen wir die Tunstead Clough Farm, die wir auf einem Bypass fast umrunden. Sie steht aktuell zum Verkauf, wer sich also in diese Gegend verliebt, der hätte hier eine Chance zu bleiben 😉

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An der Farm vorbei gehts über die erste Weide des Kinder Estate. Vorbei an Hunderten von Schafen führt der Pfad jetzt ordentlich uphill, immer weiter von Weide zu Weide. Einige wenige Schafe schauen interessiert hinterher, die meisten jedoch gehen ein paar yards auf die Seite. Man ist hier Gast, geduldet, aber naja, please go straight on, leave us graze.

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Wir befinden uns mitten im Hayfield Country Park und, wenn wir uns umdrehen, sehen wir, wie wir uns immer weiter vom Valley mit dem rauschenden Bach entfernen. Keine Angst, der Weg ist hier zwar steil, aber schlimmer wird es kaum noch. Die Peaks gehören mit zu den englischen „Buckelbergen“. Das Wort habe ich mir ausgedacht. Die Täler sind steil, die Berge machen oben einen Katzenbuckel. Umso höher, desto einfacher ist der Aufstieg.

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Nach einer Weide voller Rinder, die wir lieber schlafen lassen (die beängstigenden Hörner der dort schlafenden Rasse ähneln den des Highland Cattle), erreichen wir das Kinderlow End und tauschen Weidetiere gegen Freilandtiere.

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Meist bleibt es dann aber doch bei Schafen.

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Der Pfad steigt stetig aber weniger steil an und wir genießen einen schönen Blick auf den Country Park und das Kinder Reservoir.

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Irgendwo hier sollte man  lt. OS Map besser rechts abbiegen. Ich habe die Weggabelung nicht gefunden und bin einfach weiter geradeaus. Der Pfad wurde immer enger und enger und auf einmal stand ich vor einer kleinen Bergspalte, musste also runter- und auf der anderen Seite wieder hochklettern. Nicht sonderlich fies, aber wer Klettern vermeiden möchte, sollte vielleicht doch die Weggabelung suchen.

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Man kommt also entweder über den Weg hier links an oder, wie ich, durch die Spalte rechts unten.
Egal wie, wir sind nun auf dem Kinder Scout Plateau und folgen dem Pennine Way Richtung Süden. Hartgesottene können auch Richtung Norden abbiegen und die gut 400 Kilometer durch die Dark Peaks, Yorkshire Dales und dem Northumberland National Park nach Schottland nehmen. Aye, brav‘.

Von Cairn zu Cairn, von Steinhaufen zu Steinhaufen, erreichen wir nach einem kurzen Stück den höchsten Punkt des Peak Districts, dem Kinder Scout.

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Vorsicht, wir befinden uns mitten im Hochmoor und die brauen Hügel sind Mooraugen, in die man besser nicht treten sollte. Bei Nebel also lieber von Cairn zu Cairn hangeln.

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Von hier oben hat man bei gutem Wetter Sicht auf Manchester, Liverpool, Cheshire und die Irische See. Angeblich kann man an einem sehr kalten, klaren, sonnigen Wintertag sogar die Berge Snowdonias in North Wales sehen.

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Unser Abstieg folgt dem Pennine Way in südlicher Richtung mit stunning Views in das Edale, auf die südlichen Black Peaks und, in der Ferne,  die nördlichen White Peaks.

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Über den Gipfel des Kinder Low steigen wir den Swine’s Back hinunter (netter Name, liebe Brits) und erreichen das Edale Cross an einer Wegkreuzung. Nach links würde es über die Jacob’s Ladder ins Edale hinunter gehen, was eine Alternative für Bahnfahrer wäre, denn das beschauliche Tal hat in Upper Booth einen kleinen Bahnhof an der Strecke Manchester – Sheffield.

Wir aber biegen rechts ab und steigen den steinigen Oaken Clough hinab. An Schafen und Rinder vorbei, this is England, Ladies and Gentlemen.

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Am ersten Cottage vorbei folgen wir der schmalen, steilen Straße hinab zum Coldwelwell Clough und einem weiteren Barn „The Ashes“ in Richtung Tunstead House.

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Der Weg wird wieder angenehmer. Es riecht nach Apfelkuchen. Irgendjemand backt.

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Auf dem Weg genießen wir den einen Blick auf die Tunsted Clough Farm. Vielleicht doch noch kaufen?
Wir folgen dem Weg weiter und treffen an einer Gabelung wieder auf den rauschenden River Sett, unserem Hinweg.

Well done. „Pint of Bitter, please.“ Und zwar ein kleines Stücken weiter nördlich, im award winning Lantern Pike Inn in Little Hayfield (hint, hint). 🙂

On Derwent Water’s pretty Shore

Ist es diese raue, düstere Landschaft bestehend aus kargen Bergen und tiefen Wäldern, in die sich der nebelverhangene Derwent Water im nordwestenglischen County Cumbria einbettet? Oder ist es diese liebliche, sanfte Landschaft aus Rosenhecken entlang kurvigen Wanderwegen, grasenden Schafen und liebevoll gepflegten Gärten, die „die Lakes“ zu einem der beliebtesten, englischen Aktivurlauber-Ferienorte machen?
Derwent Water kann beide Stimmungen vermitteln. Und nicht nur das. Heißer Glühwein zwischen schneebedeckten Wiesen und Bergen bei -5° am Weihnachtsmarkt an Keswicks Ufer? BBQ & Sonnenbaden bei brütender Hitze auf einer der vielen kleinen Inseln nach mehrstündiger Boots- oder gar Kajaktour? Oder ein leckeres Egg & Cress-Sandwich samt Cider auf der Bank eines ufernahen Pubs nach anstrengender Bergwanderung zu Catbells Summit? Alles möglich, kommt ein bisschen auf die Jahreszeit an.

Der Lake District befindet sich inmitten der höchsten Berge Englands, Scarfell Pike ist mit 978m der höchste. Bitte nicht die scheinbar geringe Höhe unterschätzen, die Vegetationsgrenze liegt so um die 200m, alles oberhalb besteht aus Fels und Geröll. Wenn man am Fuße eines Berges steht, befindet man sich meist gerade so über Normalnull, darf also ’nen Kilometer nach oben schauen, um den Summit zu erblicken. Soll heißen: Diese Berge sind echte Berge. Vielleicht nicht Hochalpin mit Gletscher und so, aber vergleichbar mit unseren Mittelgebirgen sind sie auch nicht. Also bitte etwas mehr Respekt. Und Vorsicht!

Das Meer, in diesem Fall die irische See, ist nicht weit, also können sich sehr schnell und unerwartet Wetterlagen ändern und man steht innerhalb weniger Minuten im Nebel einer Wolke und sieht die eigenen Füße nicht mehr.

Unten im Tal liegen neben den romatischen Seen kleine, malerische Orte, wie z.B. Ambleside am Lake Windermere, Grasmere an gleichnamigen Lake Grasmere oder wie hier auf dem Bild Keswick, die Outdoor-Capital Englands am Derwent Water.

Seitdem ich das erste Mal da war, zieht es mich immer wieder in diese Gegend. Sie hat etwas Magisches, Mystisches, Unbeschreibliches. Man meint, nirgendswo sonst sind die Seen tiefer, die Berge höher, die Täler enger, die Pässe steiler und die Pubs gemütlicher. Die Küste ist, wie überall in England, nicht weit, aber ausnahmsweise eher unspektakulär, wenn auch Morecambe Bay und Walney Island nett sind, Sellafield ist es nicht. Am besten schnappt man sich die OS Travel Map Tour 3, ignoriert die Westküste und erforscht das Herz Cumbrias, den Lake District.

In this frenzical city how sadly I roam
And pine for the peace of my Cumbrian home;

Dear Keswick I love you in sun or in rain
Oh when shall I see your grey rooftops again?

Oh when shall I wander again on Catbells
And gaze at the slopes of the fair Newlands fells?
Oh when shall I climb to Skiddaw’s snowy top?
Oh when will this exile from Cumberland stop?

Derwentwater I dreamt of your beauty last night,
I walked on your shores in the soft evening light,
I climbed Castlehead and drank in that great view;
Oh when will my dream of enchantment come true?

Farewell to the city, the noise and the grime
I am walking your streets for the very last time.
Of what use are status and riches to me?
I’ll go to the mountains and there I’ll be free.

Blencathra stands boldly the exile to greet,
The sweet vale of Keswick is spread at my feet,
Now Causey Pike’s summit stands clear to the west
And I have come home to the place I love best.

[Cumbrian Folk Song]