The Tunnel

Warum die langweilige Orbital M25 samt langweiligem Dartford Crossing nutzen, wenn man durch einen der aufregensten Teile Londons fahren und einen über 100 Jahre alten Tunnel nutzen kann?

Ja, er ist verdammt eng, verdammt dunkel und ja, er riecht wie die Tube. Aber genau das liebe ich am Blackwall Tunnel. Jedesmal, wenn ich die Wahl zwischen Dartford Crossing, Woolwich Ferry, Tower Bridge, Rotherhithe Tunnel und Blackwall Tunnel habe, entscheide ich mich für letzteren. Irgendwie muss man ja über den Fluss kommen. Oder zumindest drunter durch.

Er ist einfach toll. Und über die A2 rollt’s sich meist so schön in die Stadt hinein.

I slept between Rugby and Edinburgh

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Euston Station, London, halb sechs an einem Freitagabend, rush hour, so richtig viel los. Ich liebe diese Zeit auf einem großen britischen Bahnhof, hunderte Menschen stehen in der riesigen Bahnhofshalle und schauen auf Anzeigetafeln, denn in Britannien steht das Abfahrtsgleis erst fest, wenn der Zug eingefahren ist.

Ich stelle mich brav an den Ticketautomaten von Virgin an. ScotRail hat kein eigenes ticket office in London, Virgin macht das mit. Die einzigen zwei Züge ScotRails, die London täglich bedienen, sind die Caledonian Sleeper Services, einmal ins Lowland, einmal ins Highland. Mindestens 30 dieser Automaten stehen nebeneinander, vor jedem ist queuing angesagt, Britannia rule the waves. Nach wenigen Minuten bin ich an der Reihe, tippe meine booking reference in den Automaten und authorisiere mich mit meiner Kreditkarte. Einen kurzen Moment später fallen einige Network Rail Tickets aus dem Automaten. Zuerst mein eigentliches Ticket nach Fort William, dann die Reservierung für mein eigenes Schlafwagenabteil, dann ein £2.50-Voucher für den Loungewagen, mein Rückfahrtticket nach Glasgow und eine Quittung für alles.

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Ich drücke mich durch die wartende Masse auf die andere Seite der Bahnhofshalle, wo eine Treppe zur Virgin First Lounge hinaufführt, checke dort ein, nehme mir einen Kaffee, einen Cookie, eine Diet Coke und den Guardian und mache es mir in einem der bequemen Ledersessel der quiet zone gemütlich, die aber zur Rush Hour alles andere als quiet ist. Deswegen wechsle ich schnell in die working zone und finde Schreibtisch, Bürostuhl und viel wichtiger: Steckdosen en masse. Zeit, die eigenen devices zu laden. Bugger, bin ich abhängig geworden. Ein Egg & Cress Sandwich und eine Diet Coke später wird es immer leerer in die Lounge, so dass ich mich doch nochmal in die gemütlichen Sessel setze und mich dem Guardian zuwende.

Halb 9 zeigt  die Uhr, da sprang an der Wand die Anzeige des „Caledonian Sleeper: Fort William / Inverness / Aberdeen Service“ von „please wait“ zu „go to track 15“. Ich mache mich auf den Weg, Track 15 ist mitten in der Euston Station, gehe durch die ticket barriers und sehe das Ende eines bloody hell langen Zuges am Gleis stehen, fast neben jedem Wagen steht ein eigener Schaffner. Ich frage den ersten, wo ich meinen Schlafwagen nach Fort William finde, es gibt nämlich nur einen. Er grinst mich an und sagt in schönstem Scottish English „Oh dear, yours is the first one, you’ll feel, if you have to walk the whole way right up to Fort William.“ Ich bedanke mich mit einem „Cheers!“, einem Grinsen und mache mich auf den Weg. Ja, dieser Zug nimmt kein Ende. Während die anderen Bahnsteige schon enden führt meiner immer weiter an diesem langen Zug entlang.

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Am richtigen Wagon angekommen checkt mich die Schaffnerin ein, wieder im besten Scottish English. Ich mag diese Sprache, die mehr als nur Dialekt ist. Sie fragt mich ob ich ein continental oder cooked breakfast am Morgen wünsche und führt mich zu meinem Compartment. Recht eng alles, aber nicht beengend. Ich finde ein Fenster, ein Waschbecken, mehrere Möglichkeiten Gepäck und Kleidung zu verstauen, ein gut gefülltes ScotRail Amenity Kit und vor allem: ein recht gemütliches Bett, das sollte es tun für eine Nacht. Die Schaffnerin klopft nochmal, fragt ob alles passt und erklärt, wie ich den Loungewagen finde: „Tonight, you have go three coaches down to the rear, for breakfast tomorrow you’ll find it next to yours up to the front!“

Verdutzt schaue ich schon jetzt einmal up to the front, sehe aber nur die Lok von hinten. Okay, also erstmal in den Loungewagen three coaches down, eine Kleinigkeit essen. Es gibt Haggis, aber nicht für mich, ich mag das Zeugs nicht. Außerdem hatte ich gerade schon eine Kleinigkeit in der Lounge, also reicht mir ein weiteres Sandwich. Danach entscheide ich mich für Whisky, ich sitze schließlich in einem schottischen Zug, das gehört dazu. Ich bin kein großer Whisky-Trinker, weiß einen guten jedoch zu schätzen. Auf die Frage des Kellners „Which one?“ und meiner Nachfrage, welche sie den anbieten, erhoffe ich mir eine Whisky-Karte. Stattdessen rasselt er einfach Sorten, wieder in feinstem Scottish English, runter, ich kenne fast keinen. Tallisker kenne ich von meinen Tagen auf Skye, und dann natürlich Glenfiddich. Letzteren bestelle ich. Ja, das ist vermnutlich für jeden Scotch-Liebhaber ein Stich mitten ins Herz, aber mir solls für diesen Abend recht sein. Als Antwort erhalte ich ein „Twelve?“ und überlege kurz, ob er wirklich dafür £12 haben will, er aber bemerkt meine Blicke und bessert nach mit „Twelve, fifteen or eighteen years?“ auf das ich dankend antworte mit „Twelve will do!“ Er grinst freundlich.

Im Loungewagen lasse ich mich in die große Ledercouch fallen, genieße meinen Scotch und sehe den Leuten beim Essen und den Lichtern der Londoner Suburbs beim Vorbeiziehen zu. Ein älterer Herr kommt in den Wagon, grüßt mich mit einem zunickenden „Aye!“ und geht weiter zum Bistrobereich. Keine Minute später kommt er mit einer großen Flasche Scotch und einem Scotsman, einer Tageszeitung, unter dem Arm zurück, wünscht mir eine gute Nacht und geht summend Richtung Schlafwagen. Dem tue ich auch so, aber nicht bevor ich mir noch einen zweiten kleinen Glenfiddich besorgt habe.

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Im Compartment nehme ich diesen zu mir während ich im iPhone checke, dass ich gerade durch Milton Keynes fahre. Ich gebe mir einen Podcast auf die Ohren, und mache es mir gemütlich. Kurz nach Rugby schlafe ich ein.

Plötzlich ein lauter Ruck, der ganze Zug wackelt, ich wache auf. Anscheinend steht der Zug. Anscheinend werden jetzt die Kurswagen getrennt. GoogleMaps verrät mir: Edinburgh-Waverley, der Hauptbahnhof. Hier wird der ganze Zug umgebaut: Erst koppelt eine Lok den letzten Teil des Zuges ab, um diese Wagons über Stirling, Perth und Dundee nach Aberdeen zu bringen. Dann koppelt eine zweite Lok einen weiteren Teil ab, diese Wagons haben als Ziel Inverness. Zu guter letzt dockt eine Diesellok an und nimmt mich mit auf meine Fahrt in Richtung Glasgow. Ich schlummere nochmal ein.

Irgendwo zwischen Helensburgh und Garelochhead wache ich wieder auf und sehe noch kurz den Clyde, wie er breit Richtung Nordatlantik strömt. Der Zug schlängelt sich so langsam in eine bergige, unberührte Landschaft, der Loch Lomond tauch auf zusammen mit dem ersten Tageslicht. Ich mache mich frühstücksfertig und setze mich in den Loungewagen, der sich heute Morgen tatsächlich direkt einen Wagon weiter up to the front befindet (und by the way ein anderer ist). Mein cooked breakfast kommt wie im Flugzeug direkt aus dem Dampfgarer, würde mir aber nichtmal British Airways vorsetzen, so entscheide ich mich für ein richtiges Frühstück nachher in Fort William.

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Es geht weiter durch die schönste Countryside mit Halten in Crianlarich, Tyndrum und Bridge of Orchy; die Orte werden immer kleiner und bestehen nur noch aus einer einstelligen Anzahl an Häusern und einem Mini-Bahnhof. Danach führt uns die eingleisige Schiene durch das Rannoch Moor, die Haltepunkte sind wirklich nur noch für Wanderer, hier gibt es keinen Bahnsteig mehr, keine Straße, keine Häuser. Nur noch Berge, Wiesen, Moore und ab und zu Rehe und Hirsche.

Dann, kurz bevor einem das Gefühl erschleicht, gleich das Ende der Welt zu erreichen, tauchen doch immer mal wieder Häuser in der rauhen Landschaft auf und ich finde mich am Fuße des höchsten Berges Britanniens, dem höchsten aller Munros, niemand geringerem als Sir Ben Nevis wieder. Mächtig trohnt er über Fort William, an dessen kleinem Bahnhof dann doch die Zivilisation wieder erkennbar ist. Wer will, kann jetzt umsteigen in einen anderen Triebwagen, der entlang der Road to the Isles Passagiere an den gut eine Stunde entfernten Hafen von Mallaig bringt, wo schon die Fähre nach Skye wartet. Für mich endet hier jedoch die Fahrt, ich sprinte durch den Regen die kleine, nette high street entlang, an einem bagpipe player vorbei ins Pub, wo ein leckeres Full Scotish auf mich wartet. Destination reached.

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Der Caledonian Sleeper

Jeden Abend (na gut: fast jeden, denn samstags nicht) verlassen zwei Schlafwagenzüge Londons Euston Station mit dem Ziel Caledonia (das in letzter Zeit nach dem Abzug der Römer eher Scotland genannt wird).

Die Züge sammeln in England an der West Coast Main Line entlang noch ein paar Mitreisende ein. Nach einem Gin & Tonic, mitten in der Tiefschlafphase, überqueren sie die schottische Grenze und werden dann in mehrere einzelne Kurswagen getrennt: Der eine Teil des Lowland Sleepers verkehrt nach Glasgow, der andere in die Hauptstadt Edinburgh. Der andere Zug, der Highland Sleeper, wird gar in drei Teile getrennt und verkehrt nach Aberdeen, Inverness und nach Fort William. Gerade das letztere Ziel ist sehr bekannt, liegt es doch mitten im Scottish Highland am Fuße Britanniens höchstem Berg, dem Ben Nevis, idyllisch am Loch Linnhe. Ich war da mal ein paar Tage und fand die Gegend wunderschön.
Die Strecke verläuft am Großraum Glasgow vorbei, entlang dem malerischen Loch Lomond, einspurig, ohne parallele Straße oder anderer Infrastruktur mitten durch die Berge und hält an so kleinen (für mich nach Whisky klingenden) Bahnhöfen wie u.a. Crianlarich, Upper Tyndrum, Rannoch und Tulloch.

Ich werde im November diese Strecke abfahren und berichten.

London Walks: Isle of Dogs to Blackheath

Strecke

  • ~8 km
  • zu jeder Jahres- und Tageszeit schön
  • auch bei Dunkelheit nett, der Greenwich Park schließt jedoch mit Einbruch der Dunkelheit und muss umlaufen werden
  • fast ausschließlich befestigte Gehwege ohne Straßenverkehr
  • leichter Anstieg vor dem Royal Greenwich Observatory
  • einige Hundert Treppenstufen am Greenwich Foot Tunnel, das Royal Borough of Greenwich informiert, wann die Lifte öffnen

Erreichbarkeit

  • Die Docklands Light Railway (DLR) fährt tagsüber den nördlichen Startpunkt, die DLR Station West India Quay, von Bank, Stratford und Lewisham im Minutentakt an. Busfahrer steigen am Besten an der Haltestelle Westferry aus, diese wird von den London Bus Routes 135, 277, D3, D7 und N550 bedient
  • Parallel zur Strecke verkehren neben zahlreichen Buslinien die Züge der DLR Richtung Lewisham, mit der jederzeit abgekürzt oder abgebrochen werden kann
  • Der Walk endet an der Blackheath Station, von der ständig Züge zu den Londoner Bahnhöfen Victoria, Charing Cross, London Bridge und Canon Street zurückfahren. Alternativ bringen die Bus Routes 89, 108, 202 und N89 zurück Richtung Innenstadt.

Ausrüstung

On your mark! Get set! Go!

Die DLR bringt uns zur East India Station. Diese trägt den Namen der East India Docks, an denen vor über 200 Jahren die Schiffe der britischen Ostindien-Kompanie anlegten.

Am Ausgang der Station steht man jedoch zu aller Verunsicherung vor den West India Docks, also jenen, von denen Schiff zu den West Indies, also in die Karibik ablegten.

Wir sind mitten in den Docklands, die sich seit den 1980er Jahren, nachdem Schiffe immer größer wurden (und einen Tiefseehafen benötigten), in ein bedeutendes Finanzzentrum verwandelten, neben der City of London versteht sich.

Isle of Dogs (1)

Zudem sind wir auf der Isle of Dogs, der Hundeinsel, von der niemand so genau weiß, wieso sie so heißt. Vielleicht hatte King Henry VIII. damals seine Hundezwinger hier. Vielleicht aber auch beruht der Name auf einen Rechtschreibfehler und mal wollte sie einfach „Isle of Docks“ nennen, whatever.

Auf unserem Walk werden wir quer durch die Docklands und quer über die komplette Isle of Dogs spazieren.

Am Carbot Square spüren wir etwas Manhatten-Feeling, so zwischen den Hochhäusern. Wir stehen direkt vorm One Canada Square, nach dem Shard das zweithöchste Gebäude Londons und Britanniens. Hier begegnet man Bankern, die zur Mittagspause oder zum Feierabend eilig rüber ins Pub sprinten um ein, zwei Pints zu kippen und etwas zu essen.
In diesen Pubs übrigens sind alle gleich, der Konzernchef und die Putzfrau trinken zusammen ihr Feierabendlager und genießen den Blick raus auf die Wharf.

Cabot Square

Canary Wharf

Über den Pubs tickern die Aktienkurse der London Stock Exchange an einer Hauswand vorbei, während wir fasziniert in die riesige Halle der futuristischen Canary Wharf Tube Station linsen.
Ja richtig, hier legten früher die Schiffe zu den Kanarischen Inseln an.

Canary Wharf Tube Station

Canary Wharf Underground Station, Isle of Dogs

Heron Quay

Durch den Eingang des J.P.Morgan-Towers, der 25 Bank Street, verlassen wir über die South Quay Foot Bridge die Hochhäuser und damit den Finanzdistrikt.

Vom südlichen Ende der Brücke und entlang des South Docks bietet sich ein wunderschöner Blick auf den O2 auf der anderen Themseseite. Damals als Millenium Dome zur Jahrtausendwende eröffnet bietet er heute eine riesige Veranstaltungshalle, Kinos, Geschäfte, Cafés und Restaurants.

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Vor der DLR South Quay Station biegen wir rechts ab und laufen den Millwall Dock entlang Richtung Süden zur Glengall Bridge.

South Quay (2)

South Quay

South Quay (1)

Isle of Dogs

South Quays

Am Millwall Outer Dock vorbei erreichen wir Mudchute. Diese nette Wohngegend erhielt ihren Namen tatsächlich vom Schlick und Schlamm der Themse, der aus Fluss- und Hafenbecken genau hier hin gebaggert wurde. Heute sieht man nichts mehr davon. Wem nach etwas Countrylife ist, der biegt zur Mudchute Farm ab und sieht dort grasenden Schafen und Rindern vor der Silhouette der Canary Wharf zu.

Canary Wharf seen from Mudchute

Wir sind unterdessen durch den Millwall Park in den Island Gardens angekommen und damit am Themseufer und dem südlichsten Punkt der Isle of Dogs. Auf der anderen Themseseite sehen wir unter anderem die Mastspitzen der Cutty Sark, das Greenwich Naval College und die 1902 erbaute Greenwich Power Station, heute das Backup-Kraftwerk für die Tube. Oben auf dem Hügel erkennen wir mit dem Royal Greenwich Observatory eine weitere Station auf unserem Walk.

Greenwich Power Station

Maritime Greenwich

Maritime Greenwich (1)

Rechts neben der Cutty Sark sehen wir den Ausgang des Greenwich Foot Tunnels. Neben uns in den Island Gardens befindet sich der ähnlich aussehende Eingang. Das Royal Borough of Greenwich baut zur Zeit neue Lifts ein, die 24/7 betrieben werden können. Bis vor kurzem arbeiteten hier Lift Attendants von 7-19 Uhr, in der restlichen Zeit war der Zugang nur per Treppe möglich.

Unten im Tunnel, 15 Meter unter der Themse, ist es selbst im Sommer angenehm kühl.

Greenwich Foot Tunnel

Auf der anderen Seite erwartet uns der 1869 erbaute Tee- und Wollklipper Cutty Sark, bzw. dessen Nachbau, denn 2007 ist das Original abgebrannt.

Cutty Sark

Maritime Greenwich (2)

Discover Greenwich

Am Discover Greenwich Visitor Centre vorbei wartet eines der bedeutendsten Barockbauwerken Englands auf, das Old Royal Naval College, seit einigen Jahren UNESCO-Weltkulturerbe. Heute hat sich hier u.a. die University of Greenwich einquartiert.

Wer dienstags bis freitags zwischen 10 und halb 6 unterwegs ist, dem sei der Greenwich Market empfohlen. Hier gibt es leckeres Essen zu fairen Preisen und jede Menge Marktflair.

Greenwich Market

Quer durch den Greenwich Park erreichen wir das auf einem Hügel gelegene Royal Greenwich Observatory und damit eine der bekanntesten Orte der Welt, wenn ihn auch viele nicht mit dem Observatorium in Verbindung bringen, obwohl: Hier kommt die Zeit her!
Die Greenwich Mean Time (GMT) bzw. die koordinierte Weltzeit UTC bezieht sich auf die Ortszeit des Observatoriums, genaugenommen auf den Mittelpunkt des Teleskops in dessen.
Dieser Mittelpunkt dient als Bezug für die Festlegung des Nullmeridians und somit der Längengrade. Im Innenhof finden wir einen Messingstreifen, der den Nullmeridian markiert. Hier können wir mit einem Fuß auf der Westhalbkugel und mit dem anderen Fuß auf der Osthalbkugel der Erde stehen. Zusätzlich markiert ein Laser einige Meter über uns den Nullmeridian und dessen Verlauf Richtung Themse.

Im Park treffen wir natürlich auch auf die Einwohner eines jeden der vielen Londoner Parks: dem Squirrel.

Leider hat auf Britannien das amerikanische Grey Squirrel die kleineren und scheuen, heimischen, europäischen Red Squirrels in wenige verbleibende Refuges wie dem Lake District verdrängt.

Süß sind sie trotzdem und über Futter freuen sie sich so sehr, dass man beim kleinsten Verdacht auf mehr Futter von einem Dutzend umringt, gar bedroht wird. Ich trage ständig eine Packung Haselnüsse bei mir um mich freikaufen zu können.

Greenwich Park (1)

Ranger's House, Greenwich Park

Das 300 Jahre alte Ranger’s House des Greenwich Parks wird heute vom English Heritage verwaltet, beherbergt die Wernher Collection und kann besucht werden. Um das Haus befindet sich ein kleiner Rosengarten, der zum Verweilen einlädt, genau wie das Teehaus um die Ecke mitten im Park.

Ranger's House, Greenwich Park (1)

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Blackheath

Aus dem Park raus peilen wir grob die All Saints‘ Church an. Hier auf den leeren Wiesen zwischen Greenwich Park und Blackheath finden regelmäßig Fun Fairs statt, sowie London größtes, kostenloses Bonfire-Feuerwerk.

All Saints, Blackheath

An All Saints‘ vorbei folgen wir der Straße zur Blackheath Station, von der wir mit dem Zug wieder zurück in die Innenstadt fahren.
Jetzt ein Pub finden (das ist einfach) und ein Fuller’s London Pride trinken (das ist lecker). Pint of, selbstverständlich. Cheers!

Und wenn ein Brite fragt, wo wir heute waren, achten wir am Besten auf die Aussprache der Stadtteile, damit sich nicht dessen Magen umdreht: Grennitsch, nicht Krien-Witsch, Madd-Schudt, nicht Mädschatt und Luuschm, nicht Luis-Häm.

Lea Valley, East London

Ich bin ja noch Photos schuldig. Ganz vergessen. Ich war im neuen, ersten Teil des Queen Elizabeth Olympic Parks, im Lea Valley, mitten im Osten Londons. Es gibt nichts Besonderes darüber zu berichten. Der bereits geöffnete Teil ist größer als ich dachte und es ist nett dort. Ich war an einem schönen Spätsommerabend an der Timber Lodge und hatte einen Pimm’s Royal, das ist Pimm’s mit Sekt, Zitrusfrüchten und Gurke. Der Drink war tasty und das Lea Valley zeigte sich von der schönsten Seite.

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Queen Elizabeth Olympic Park

Der Osten Londons ist eine spannende Gegend. Die letzten Jahrzehnte wurden alte Docklands und Marshes ins neue Stadtleben East Londons integriert.

East London. Hier ändert sich die Stadt, hier wächst sie. Jedesmal entdeckt man etwas Neues. Jedesmal hat man die Chance, etwas ein letztes Mal zu entdecken, denn nächste Woche könnte es schon nicht mehr da sein. Bereits verändert haben sich Canary Wharf, East India, Limehouse, Blackwall, Mudchute, Greenland Dock, King George V Dock (City Airport), North Greenwich (O2), Victoria Dock (Emirates Air-Line, Excel), Silvertown (Thames Barrier & Park), Woolwich, Gallions Reach und viele Gegenden mehr, mit dem Lea Valley steht neben Beckton und Barking Riverside und dem Dagenham Dock die nächste Transformation an. Was einst Brach- und Industrieland war, wurde die letzten Jahre zur Spielstätte der Olympics und Paralympics 2012 umgebaut, die letztes Jahr erfolgreich zelebriert wurden. Nun steht die weitere Transformation an: Aus dem Olympischen Dorf wird ein Wohnviertel. Es entstehen Veranstaltungsorte, Sportstätten, Wasserwege und drumherum der neue Queen Elizabeth Olympic Park.

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Ein kleiner Teil des Parks öffnete seine Pforten vor wenigen Tagen. Neben der Copper Box und einem Spielplatz öffnete auch die Timber Lodge, in der man nun das erste Mal nach Olympia die Möglichkeit hat, einen black, hot Americano zu sich zu nehmen.
Ich werde berichten.

Einiges gespannter bin ich auf den April nächsten Jahres. Da öffnet nach Umbau der ArcelorMittal Orbit wieder, das Wahrzeichen Olympias und East Londons Aussichtspunkt #1. Hier ein Bild von der Bauphase im Sommer 2011, zu Olympia war er schon einiges höher.

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In zwei Jahren soll das Lea Valley komplett umgebaut sein und der letzte Teil des Queen Elizabeth Olympic Park und das letzte neue Wohnviertel Chobham Manor öffnen. Dann sieht das ganze so aus:

The View from the Shard

Toller Ort. Stunning Views. £25, die sich lohnen. Definitely. Laut Website dauert der Besuch ungefähr eine Stunde, aber mal ehrlich, es gibt so dermaßen viel zu entdecken, dass eine Stunde recht knapp bemessen ist. Ich habe zwei Stündchen da oben verweilt. Man kann solange bleiben, bis man meint, alles gesehen zu haben. Die Atmosphäre ist angenehm.

Spannend, was das unten alles passiert. Sieh da, da kommt ein Southeastern Service aus Woolwich, passiert Greenwich und Deptford, hält an London Bridge und schlängelt sich anschließend über die Themse zur Canon Street. Und da, ein Thames Clipper, Höhe OXO-Tower Richtung Embankment, wahrscheinlich dreht er vor der Westminster Bridge.

Es ist einer der Orte, die man zu jeder Tageszeit und wahrscheinlich auch zu jeder Jahreszeit noch einmal besuchen will, einfach, um alle Stimmungen einfangen zu können. Ich komme also irgendwann mal wieder.