Remember, remember, the Fifth of November

Once Upon a Time im lieblichen Verona York wurde 1570 der Katholik Guido „Guy“ Fawkes geboren. 23 Jahre später, zu Hochzeiten des Achtzigjährigen Krieges, kämpfte er in der katholischen Armee gegen die protestantischen Niederländer und Ausbreitung des reformierten Christentums. Nach der erfolgreichen Belagerung Calais‘ wurde er als mutiger und entschlossener Soldat ausgezeichnet und fing an, einen hinterhältigen Komplott gegen das englische Parlament zu planen, das zu dieser Zeit Katholiken verfolgte.

Er wird mit diesem Vorhaben, dem Gunpowder Plot, in die Geschichte eingehen. Er schmuggelt 36 Fässer Schwarzpulver ins Kellergewölbe des Londoner Houses of Parliament und plant mit diesen einen Anschlag auf den Palast am Tag der Parlamentseröffnung. Sein Plan, König Jakob I. samt Familie, alle Parlamentsmitglieder, alle Bischöfe des Landes und den Großteil des Hochadels zu töten sowie anschließend einige politische Gefangene aus dem Tower of London zu befreien, fliegt jedoch auf und er wird des Hochverrats verurteilt. Hanged, Drawn and Quartered.

Trotzdem ist und bleibt er Sinnbild für einen Freiheitskämpfer, der versucht, im Verborgenen, ‚von innen heraus‘, ein Problem zu lösen. Anhänger der heutigen Occupy-Bewegung verstecken sich gerne als ‚Anonymous‘ hinter der Maske Guy Fawkes‘.

Nichtsdestotrotz war dies ein Anschlag auf den englischen König und dessen Parlament. Da in Britannien Traditionen gepflegt werden, beginnt noch heute die jährliche Parlamentseröffnung in Westminster mit der Inspektion der Kellerräume und dem Ermahnen mit Hilfe von folgendem Vers, den jedem kleinen Briten in der Wiege mitgegeben wird:

„Remember, remember, the Fifth of November
Gunpowder, treason and plot;
I know of no reason, why gunpowder treason
Should ever be forgot.“

In Gedenken an dieses Ereignis finden große Prozessionen, Fackelzüge, Feuer und riesige Feuerwerke jedes Jahr am Abend des 5. November als „Guy Fawkes Night“ oder „Bonfire Night“ im ganzen Land und in vielen Commonwealth-Staaten statt. Die Kleinstadt Lewes, in East Sussex zwischen Brighton und Eastbourne gelegen, explodiert regelrecht vor riesigem Besucherandrang, so dass das Council auf der offiziellen Website rät, lieber nicht in die Stadt zu kommen, da alle Verkehrssysteme überlastet, Straßen gesperrt und Pubs nur für Einheimische geöffnet sind. Streng lebende Katholiken sollten zudem einiges an Toleranz mitbringen, den auf den großen Prozessionen werden neben Kruzifixen auch Papstfiguren verbrannt. Neben Lewes bietet London mit rund 50 Feuerwerken und 20 Prozessionen rund um den 5. November auch einiges Spannendes an. Und wem ein Feuerwerk zu wenig ist, der besorgt sich sein eigenes und sucht sich einen Hügel, der 360° Feuerwerksicht bietet. Primrose Hill, Hampstead Heath, oder wie hier: Stave Hill.