I slept between Rugby and Edinburgh

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Euston Station, London, halb sechs an einem Freitagabend, rush hour, so richtig viel los. Ich liebe diese Zeit auf einem großen britischen Bahnhof, hunderte Menschen stehen in der riesigen Bahnhofshalle und schauen auf Anzeigetafeln, denn in Britannien steht das Abfahrtsgleis erst fest, wenn der Zug eingefahren ist.

Ich stelle mich brav an den Ticketautomaten von Virgin an. ScotRail hat kein eigenes ticket office in London, Virgin macht das mit. Die einzigen zwei Züge ScotRails, die London täglich bedienen, sind die Caledonian Sleeper Services, einmal ins Lowland, einmal ins Highland. Mindestens 30 dieser Automaten stehen nebeneinander, vor jedem ist queuing angesagt, Britannia rule the waves. Nach wenigen Minuten bin ich an der Reihe, tippe meine booking reference in den Automaten und authorisiere mich mit meiner Kreditkarte. Einen kurzen Moment später fallen einige Network Rail Tickets aus dem Automaten. Zuerst mein eigentliches Ticket nach Fort William, dann die Reservierung für mein eigenes Schlafwagenabteil, dann ein £2.50-Voucher für den Loungewagen, mein Rückfahrtticket nach Glasgow und eine Quittung für alles.

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Ich drücke mich durch die wartende Masse auf die andere Seite der Bahnhofshalle, wo eine Treppe zur Virgin First Lounge hinaufführt, checke dort ein, nehme mir einen Kaffee, einen Cookie, eine Diet Coke und den Guardian und mache es mir in einem der bequemen Ledersessel der quiet zone gemütlich, die aber zur Rush Hour alles andere als quiet ist. Deswegen wechsle ich schnell in die working zone und finde Schreibtisch, Bürostuhl und viel wichtiger: Steckdosen en masse. Zeit, die eigenen devices zu laden. Bugger, bin ich abhängig geworden. Ein Egg & Cress Sandwich und eine Diet Coke später wird es immer leerer in die Lounge, so dass ich mich doch nochmal in die gemütlichen Sessel setze und mich dem Guardian zuwende.

Halb 9 zeigt  die Uhr, da sprang an der Wand die Anzeige des „Caledonian Sleeper: Fort William / Inverness / Aberdeen Service“ von „please wait“ zu „go to track 15“. Ich mache mich auf den Weg, Track 15 ist mitten in der Euston Station, gehe durch die ticket barriers und sehe das Ende eines bloody hell langen Zuges am Gleis stehen, fast neben jedem Wagen steht ein eigener Schaffner. Ich frage den ersten, wo ich meinen Schlafwagen nach Fort William finde, es gibt nämlich nur einen. Er grinst mich an und sagt in schönstem Scottish English „Oh dear, yours is the first one, you’ll feel, if you have to walk the whole way right up to Fort William.“ Ich bedanke mich mit einem „Cheers!“, einem Grinsen und mache mich auf den Weg. Ja, dieser Zug nimmt kein Ende. Während die anderen Bahnsteige schon enden führt meiner immer weiter an diesem langen Zug entlang.

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Am richtigen Wagon angekommen checkt mich die Schaffnerin ein, wieder im besten Scottish English. Ich mag diese Sprache, die mehr als nur Dialekt ist. Sie fragt mich ob ich ein continental oder cooked breakfast am Morgen wünsche und führt mich zu meinem Compartment. Recht eng alles, aber nicht beengend. Ich finde ein Fenster, ein Waschbecken, mehrere Möglichkeiten Gepäck und Kleidung zu verstauen, ein gut gefülltes ScotRail Amenity Kit und vor allem: ein recht gemütliches Bett, das sollte es tun für eine Nacht. Die Schaffnerin klopft nochmal, fragt ob alles passt und erklärt, wie ich den Loungewagen finde: „Tonight, you have go three coaches down to the rear, for breakfast tomorrow you’ll find it next to yours up to the front!“

Verdutzt schaue ich schon jetzt einmal up to the front, sehe aber nur die Lok von hinten. Okay, also erstmal in den Loungewagen three coaches down, eine Kleinigkeit essen. Es gibt Haggis, aber nicht für mich, ich mag das Zeugs nicht. Außerdem hatte ich gerade schon eine Kleinigkeit in der Lounge, also reicht mir ein weiteres Sandwich. Danach entscheide ich mich für Whisky, ich sitze schließlich in einem schottischen Zug, das gehört dazu. Ich bin kein großer Whisky-Trinker, weiß einen guten jedoch zu schätzen. Auf die Frage des Kellners „Which one?“ und meiner Nachfrage, welche sie den anbieten, erhoffe ich mir eine Whisky-Karte. Stattdessen rasselt er einfach Sorten, wieder in feinstem Scottish English, runter, ich kenne fast keinen. Tallisker kenne ich von meinen Tagen auf Skye, und dann natürlich Glenfiddich. Letzteren bestelle ich. Ja, das ist vermnutlich für jeden Scotch-Liebhaber ein Stich mitten ins Herz, aber mir solls für diesen Abend recht sein. Als Antwort erhalte ich ein „Twelve?“ und überlege kurz, ob er wirklich dafür £12 haben will, er aber bemerkt meine Blicke und bessert nach mit „Twelve, fifteen or eighteen years?“ auf das ich dankend antworte mit „Twelve will do!“ Er grinst freundlich.

Im Loungewagen lasse ich mich in die große Ledercouch fallen, genieße meinen Scotch und sehe den Leuten beim Essen und den Lichtern der Londoner Suburbs beim Vorbeiziehen zu. Ein älterer Herr kommt in den Wagon, grüßt mich mit einem zunickenden „Aye!“ und geht weiter zum Bistrobereich. Keine Minute später kommt er mit einer großen Flasche Scotch und einem Scotsman, einer Tageszeitung, unter dem Arm zurück, wünscht mir eine gute Nacht und geht summend Richtung Schlafwagen. Dem tue ich auch so, aber nicht bevor ich mir noch einen zweiten kleinen Glenfiddich besorgt habe.

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Im Compartment nehme ich diesen zu mir während ich im iPhone checke, dass ich gerade durch Milton Keynes fahre. Ich gebe mir einen Podcast auf die Ohren, und mache es mir gemütlich. Kurz nach Rugby schlafe ich ein.

Plötzlich ein lauter Ruck, der ganze Zug wackelt, ich wache auf. Anscheinend steht der Zug. Anscheinend werden jetzt die Kurswagen getrennt. GoogleMaps verrät mir: Edinburgh-Waverley, der Hauptbahnhof. Hier wird der ganze Zug umgebaut: Erst koppelt eine Lok den letzten Teil des Zuges ab, um diese Wagons über Stirling, Perth und Dundee nach Aberdeen zu bringen. Dann koppelt eine zweite Lok einen weiteren Teil ab, diese Wagons haben als Ziel Inverness. Zu guter letzt dockt eine Diesellok an und nimmt mich mit auf meine Fahrt in Richtung Glasgow. Ich schlummere nochmal ein.

Irgendwo zwischen Helensburgh und Garelochhead wache ich wieder auf und sehe noch kurz den Clyde, wie er breit Richtung Nordatlantik strömt. Der Zug schlängelt sich so langsam in eine bergige, unberührte Landschaft, der Loch Lomond tauch auf zusammen mit dem ersten Tageslicht. Ich mache mich frühstücksfertig und setze mich in den Loungewagen, der sich heute Morgen tatsächlich direkt einen Wagon weiter up to the front befindet (und by the way ein anderer ist). Mein cooked breakfast kommt wie im Flugzeug direkt aus dem Dampfgarer, würde mir aber nichtmal British Airways vorsetzen, so entscheide ich mich für ein richtiges Frühstück nachher in Fort William.

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Es geht weiter durch die schönste Countryside mit Halten in Crianlarich, Tyndrum und Bridge of Orchy; die Orte werden immer kleiner und bestehen nur noch aus einer einstelligen Anzahl an Häusern und einem Mini-Bahnhof. Danach führt uns die eingleisige Schiene durch das Rannoch Moor, die Haltepunkte sind wirklich nur noch für Wanderer, hier gibt es keinen Bahnsteig mehr, keine Straße, keine Häuser. Nur noch Berge, Wiesen, Moore und ab und zu Rehe und Hirsche.

Dann, kurz bevor einem das Gefühl erschleicht, gleich das Ende der Welt zu erreichen, tauchen doch immer mal wieder Häuser in der rauhen Landschaft auf und ich finde mich am Fuße des höchsten Berges Britanniens, dem höchsten aller Munros, niemand geringerem als Sir Ben Nevis wieder. Mächtig trohnt er über Fort William, an dessen kleinem Bahnhof dann doch die Zivilisation wieder erkennbar ist. Wer will, kann jetzt umsteigen in einen anderen Triebwagen, der entlang der Road to the Isles Passagiere an den gut eine Stunde entfernten Hafen von Mallaig bringt, wo schon die Fähre nach Skye wartet. Für mich endet hier jedoch die Fahrt, ich sprinte durch den Regen die kleine, nette high street entlang, an einem bagpipe player vorbei ins Pub, wo ein leckeres Full Scotish auf mich wartet. Destination reached.

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OS Maps

Ich liebe Karten. Egal, wohin ich fahre und wie viele Möglichkeiten mir die Mitnahme von Navigationssystemen und Smartphones bieten, ich habe zuvor mindestens eine Papierkarte gekauft.

Tourenplanung funktioniert so richtig gut nur mit einer vor mir ausgebreiteten Papierkarte. Und diese funktioniert ohne Strom und Mobilfunknetz. Und ja, sie riecht nach Papier und Druckfarbe. Ich mag das, da bin ich altmodisch.

Ich kann sie handlich knicken, ich kann sie riesig ausbreiten, ich kann Orte markieren, Entfernungen verstehen und Höhenunterschiede erkennen. Ich liebe Karten.

Ich habe viele Karten von allen Gegenden, in denen ich mich herumgetrieben habe. Meist sogar mehrere, ich will ja vergleichen können.

Ich mag die Karten des IGN, des französischen Institut Géographique National. So richtig verliebt habe ich mich aber in die OS Maps, die Karten des britischen Landesvermessungsamtes „Ordnance Survey“. Der Name hat was Militärisches. Na, da kommt die Idee her, präzise Karten zu zeichnen.

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Das ist meine Sammlung, bis jetzt zumindest.

Der Ordnance Survey gibt neben ein paar Sonderausgaben hauptsächlich Karten drei unterschiedlicher Typen heraus.

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Da gibt es Travel Maps in silber-blau. Sie eignen sich hervorragend zur Planung eines Trips, meist beinhalten sie eine komplette Urlaubsregion wie den Lake District, die Cotswolds oder Cornwall.
Sie sind im Maßstab 1 : 100 000, ein 1 cm sind also 1 km, bzw., wir befinden uns auf den Inseln: 1 Zoll sind 1 ½ Meilen. Nur die Schottlandkarte ist 1 : 500 000, there’s not so much to print on a map. Schottland ist groß und weitflächig, für den gleichen Einsatzzweck braucht’s einfach nicht soo viel Karte.

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Mit den Travel Maps plant man also seine Tour. Alle großen Straßen, Motorways, A- und B- Roads sind abgebildet. Man erkennt historische Orte (z.B. die vom English Heritage oder National Trust), Parkplätze und dual carriageways, sehr wichtig bei langen Überlandstrecken ohne Motorway. Auf Höhenlinien verzichtet der Ordnance Survey komplett, schafft es aber hervorragend, mit einer plastischen Schattierung Höhenunterschiede darzustellen.

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Dann gibt es die orangen Explorer Maps. Sie haben den größten Maßstab mit 1 : 25 000 (4 cm sind 1 km bzw. 2 ½ Zoll sind 1 Meile), eignen sich also für sehr detaillierte Planungen von Wanderungen oder Radtouren. Der Ordnance Survey zeichnet die kleinsten Pfade, Cairns (Steinhaufen) und Bachläufe zusammen mit sehr detaillierten Höhenangaben, man erkennt präzise Entfernungen und Steigungen sowie gefährliche Abgründe, Felswände, Klippen und Bergspalten. Sobald man ein Rucksack packt, gehört diese Karte einfach mit dazu.

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Und selbst Stadtregionen sind perfekt gezeichnet in diesem Maßstab, jedes Grundstück, ja jedes Haus ist erkennbar. Wer sich erst einmal in diesen Detailgrad verliebt hat, wird auf der Suche nach guten Karten für Deutschland oder Frankreich verzweifeln…

Neben den bekannten A-Z Stadtplänen empfehle ich die Explorer Maps selbst für Wanderungen durch Großstädte wie London.
1 : 25 000 kann natürlich nicht Straßennamen abbilden, zeigt aber wunderschön Topographie und interessante Punkte auf. Dank des hohen Detailgrads würde ich eher auf den Stadtplan als auf die Explorer Map verzichten.

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Und dann gibts da noch so ein Zwischending, die pinken Landranger Maps. Diese bringen doppelt so viel Gegend auf eine Karte wie eine Explorer Map, sind also 1 : 50 000 (2 cm sind 1 km bzw. 1 ¼ Zoll sind 1 Meile), verlieren aber das Detail der Explorer Maps. Anscheinend sind sie sehr beliebt, bei mir jedoch nicht sonderlich, deswegen habe ich gerade mal drei Stück. Und die auch eigentlich nur von schottischen Landesteilen, denn, you know, there’s not so much to print on a map. Wenn ich auf diese Karten schaue, sehe ich in erster Linie Höhenlinien, die mir viel zu aufdringlich erscheinen. Kann man machen, erfüllen auch ihre Funktion, aber hübsch sind sie nicht. But it’s purely a matter of taste.

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Die Karten gibt es online direkt beim Ordnance Survey, aber auch bei Amazon & Co. und natürlich vor Ort in den Buchhandlungen. Letztere empfehle ich, egal ab unabhängiger Village-Shop in den Highlands oder die großen Ketten wie WH Smith und Waterstone’s, oft gibt es 3-for-2-Angebote, die einen noch mehr zum Kartenfieber verleiten. Und wer den Duft einer OS Map erst einmal geschnüffelt hat, die Detailverliebtheit und Liebe zur Perfektion erkannt hat, der findet jede andere Karte hässlich.

Inseln? England? Irland? GB? UK?

Nun folgt ein Artikel, der eigentlich an den Anfang dieses Blogs gehört. Es folgt eine grundsätzliche Definition.

Viele reden oft von England. Viele wissen, dass London die Hauptstadt ist. Auf ihre Kennzeichen schreiben Briten GB, in Adressen lesen wir UK und manchmal spielen wir im Fußball gegen Schottland, das da auch irgendwo ist.

Dieser Blog erzählt vom Reisen auf den Britischen Inseln. Dies ist in erster Linie ein geographischer Begriff und umschließt ca. 600 kleine und große Inseln vor der nordwestlichen Küste Kontinentaleuropas, umgeben von Ärmelkanal, Nordsee, Nordatlantik und Keltischer See. Strenggenommen gehören die Kanalinseln nicht dazu, da sie dem Kontinent vorgelagerte Inseln sind und eher diesem geographisch zugesprochen werden. Kulturell und politisch hängen sie aber weniger an Frankreich als an den Britischen Inseln, deswegen werde ich auch von ihnen hier berichten.

Auch Großbritannien ist in erster Linie ein geographischer Begriff: Großbritannien ist nicht mehr als eine der 600 Inseln, aber weit abgeschlagen die größte. Die zweitgrößte Insel kennen auch viele, sie nennt sich Irland.

Auf diesen 600 Inseln erstrecken sich mehrere Staatsgebiete. Das Vereinigte Königreich (auf Englisch kurz UK oder lang United Kingdom oder noch länger United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland) erstreckt sich über komplett Großbritannien, dem nordöstlichen Teil Irlands und vielen anderen Inseln. Die Republik Irland erstreckt sich über dem anderen, weitaus größeren Teil Irlands und weiteren, kleineren Inseln. Dann gibt es da noch die Isle of Man, Isle of Guernsey und Isle of Jersey.

Zurück zum Vereinigten Königreich, zurück zum UK. Übrigens: Das UK, man ist im UK unterwegs, niemals in UK. Das geht nur im Englischen. Es ist ein Kingdom, also ein Königreich und das ist Neutrum. Aber das nur nebenbei. Das Vereinigte Königreich ist, und da zitiere ich mal Wikipedia, „eine Union aus England und den ehemals unabhängigen Einzelstaaten Wales und Schottland sowie dem Gebiet Nordirland“. Die Hauptstadt ist London.

Englands Hauptstadt ist ebenso London. England erstreckt sich über den südlichen, zentralen und östlichen Teil Großbritanniens und weiterer kleineren Inseln, z.B. den Scilly-Inseln, den Furness-Inseln, der Isle of Wight oder der Isle of Sheppey. England gliedert sich in neun Regionen, die sich wiederum in 6 Metropolitan Counties, 27 Non-Metropolitan Counties und 56 Unitary Authorities gliedern. In England spricht man Englisch, ein paar wenige im äußersten Südwesten zudem Kornisch.

Wales befindet sich größtenteils auf dem westlichen Teil Großbritanniens. Aber auch zu Wales gehören einige Inseln, so u.a. die Isle of Anglesey, Ramsey, Skomer, Holy Island oder Barry Island. Hauptstadt ist Cardiff und neben Englisch ist das Walisische Amts- und Schulsprache. Wales gliedert sich in 22 Unitary Authorities.

Schottland erstreckt sich über die weit größte Anzahl an Inseln, neben dem nördlichen Teil Großbritanniens auch über die Inneren und Äußeren Hebriden, den Orkney- und Shetland-Inseln, den Firth of Forth- und Firth of Clyde-Inseln, sowie den Summer Isles. Hauptstadt ist Edinburgh, größte Stadt ist jedoch Glasgow. In Schottland werden drei Sprachen gesprochen: Englisch, Lowland Scots (ein Dialekt des Englischen mit teilweise eigenem Vokabular) und Schottisch-Gälisch. In Schottland zahlt man, wie im restlichen Teil des Vereinigten Königreichs, mit dem Pfund Sterling, jedoch drucken die drei größten schottischen Banken ihre eigenen Banknoten, die außerhalb Schottlands zwar an Banken getauscht, aber in Geschäften nicht angenommen werden.

Nordirland befindet sich fast komplett auf dem nördlichen Teil Irlands, die Hauptstadt ist Belfast, Amtssprache ist neben Englisch auch Irisch und Ulster Scots. Man zahlt neben dem Pfund Sterling mit dem Nordirischen Pfund, welches die vier nordirischen Geschäftsbanken selbst drucken.

Die Republik Irland erstreckt sich über den anderen, weitaus größeren Teil Irlands sowie einigen kleineren Inseln und gliedert sich in 29 Counties und fünf County Boroughs. Im Gegensatz zum Vereinigten Königreich hat die Republik Irland ihr Irisches Pfund zugunsten des Euros abgeschafft. Amtssprache neben Englisch ist Irisch (irisches Gälisch), Hauptstadt ist Dublin.

Die Isle of Man sind eine größere und mehrere kleinere Inseln in der Irischen See zwischen Irland und Großbritannien. Sie gehört weder zum Vereinigten Königreich, noch zur Republik Irland, sondern sind autonom. Hauptstadt ist Douglas. Neben dem Pfund Sterling ist das Isle-of-Man-Pfund offizielle Währung. Amtssprache ist neben Englisch auch Manx, eine weitere gälische Sprache.

Die Kanalinseln gliedern sich in die autonomen Gebiete der Isle of Guernsey und Isle of Jersey und umfassen neben den Hauptinseln Guernsey und Jersey auch Sark, Alderney und Herm, sowie kleineren Inseln. Natürlich haben sie mit dem Guernsey-Pfund und Jersey-Pfund auch eine eigene Währung. Neben Englisch ist Französisch Amtssprache.

Zusammen mit der Isle of Man sind die Kanalinseln kein Mitglied der EU, aber direkt der Krone unterstellt (sogenannte crown dependencies). Die Krone in Form von Königin Elisabeth II. ist Staatsoberhaupt vom Vereinigten Königreich, genauso wie von England, Wales, Schottland und Nordirland, aber nicht der Republik Irland, dafür aber wiederum von Kanada, Neuseeland, Australien und vielem mehr.

Sowohl die Republik Irland als auch das Vereinigte Königreich haben zwar das Schengener Abkommen unterzeichnet, nutzen jedoch nur dessen Informationssystem, bilden jedoch eine informelle Common Travel Area. So werden zwar Ausweis- und Zollkontrollen bei der Einreise nötig, danach kann man aber zwischen England, Wales, Schottland, Nordirland und der Republik Irland ohne weitere Kontrollen reisen.

Einiges gelernt? Jetzt kommen die Ausnahmen! Wenn das Land nun Vereinigtes Königreich heißt, warum steht dann auf dem Euro-Kennzeichen der Autos ein GB? Ganz einfach, weil Großbritannien und Nordirland jeweils eine eigene Behörde haben. So nutzen Engländer, Waliser und Schotten meist ein GB am Kennzeichen, Nordiren jedoch ein NI. Da jedoch keine Pflicht zum Euro-Kennzeichen besteht, nutzen gerade Heimatverbundene, Nationalisten oder auch Separatisten gerne ENG für England, CYM für Cymru (walisisch für Wales) und SCO für Scotland, meist zusammen mit der jeweiligen Flagge statt der Europasterne. Fahrzeuginhaber der Republik Irland nutzen IRL zusammen mit den Europasternen, die Isle of Man nutzt GBM, die Isle of Jersey nutzt GBJ, die Isle of Guernsey GBG und die eigentlich zu Guernsey gehörende Isle of Alderney GBA, jeweils zusammen mit der eigenen Flagge (da kein Mitglied der EU). An anderen Stellen begegnet man auch diesen Abkürzungen: ROI für Republic of Ireland, IOM für Isle of Man usw.

Eine weitere Ausnahme gibt es beim Fußball, hier hat jede FIFA-Nation, also England, Wales, Schottland, Nordirland und Irland eine eigene Nationalmannschaft, das Vereinigte Königreich jedoch keine.

Achso, und dann gibt es da auch auch noch das Fürstentum Sealand.