OS Maps

Ich liebe Karten. Egal, wohin ich fahre und wie viele Möglichkeiten mir die Mitnahme von Navigationssystemen und Smartphones bieten, ich habe zuvor mindestens eine Papierkarte gekauft.

Tourenplanung funktioniert so richtig gut nur mit einer vor mir ausgebreiteten Papierkarte. Und diese funktioniert ohne Strom und Mobilfunknetz. Und ja, sie riecht nach Papier und Druckfarbe. Ich mag das, da bin ich altmodisch.

Ich kann sie handlich knicken, ich kann sie riesig ausbreiten, ich kann Orte markieren, Entfernungen verstehen und Höhenunterschiede erkennen. Ich liebe Karten.

Ich habe viele Karten von allen Gegenden, in denen ich mich herumgetrieben habe. Meist sogar mehrere, ich will ja vergleichen können.

Ich mag die Karten des IGN, des französischen Institut Géographique National. So richtig verliebt habe ich mich aber in die OS Maps, die Karten des britischen Landesvermessungsamtes „Ordnance Survey“. Der Name hat was Militärisches. Na, da kommt die Idee her, präzise Karten zu zeichnen.

IMG_5714

Das ist meine Sammlung, bis jetzt zumindest.

Der Ordnance Survey gibt neben ein paar Sonderausgaben hauptsächlich Karten drei unterschiedlicher Typen heraus.

IMG_5716

Da gibt es Travel Maps in silber-blau. Sie eignen sich hervorragend zur Planung eines Trips, meist beinhalten sie eine komplette Urlaubsregion wie den Lake District, die Cotswolds oder Cornwall.
Sie sind im Maßstab 1 : 100 000, ein 1 cm sind also 1 km, bzw., wir befinden uns auf den Inseln: 1 Zoll sind 1 ½ Meilen. Nur die Schottlandkarte ist 1 : 500 000, there’s not so much to print on a map. Schottland ist groß und weitflächig, für den gleichen Einsatzzweck braucht’s einfach nicht soo viel Karte.

IMG_5717

Mit den Travel Maps plant man also seine Tour. Alle großen Straßen, Motorways, A- und B- Roads sind abgebildet. Man erkennt historische Orte (z.B. die vom English Heritage oder National Trust), Parkplätze und dual carriageways, sehr wichtig bei langen Überlandstrecken ohne Motorway. Auf Höhenlinien verzichtet der Ordnance Survey komplett, schafft es aber hervorragend, mit einer plastischen Schattierung Höhenunterschiede darzustellen.

IMG_5718

IMG_5724

Dann gibt es die orangen Explorer Maps. Sie haben den größten Maßstab mit 1 : 25 000 (4 cm sind 1 km bzw. 2 ½ Zoll sind 1 Meile), eignen sich also für sehr detaillierte Planungen von Wanderungen oder Radtouren. Der Ordnance Survey zeichnet die kleinsten Pfade, Cairns (Steinhaufen) und Bachläufe zusammen mit sehr detaillierten Höhenangaben, man erkennt präzise Entfernungen und Steigungen sowie gefährliche Abgründe, Felswände, Klippen und Bergspalten. Sobald man ein Rucksack packt, gehört diese Karte einfach mit dazu.

IMG_5739

IMG_5727

IMG_5731

Und selbst Stadtregionen sind perfekt gezeichnet in diesem Maßstab, jedes Grundstück, ja jedes Haus ist erkennbar. Wer sich erst einmal in diesen Detailgrad verliebt hat, wird auf der Suche nach guten Karten für Deutschland oder Frankreich verzweifeln…

Neben den bekannten A-Z Stadtplänen empfehle ich die Explorer Maps selbst für Wanderungen durch Großstädte wie London.
1 : 25 000 kann natürlich nicht Straßennamen abbilden, zeigt aber wunderschön Topographie und interessante Punkte auf. Dank des hohen Detailgrads würde ich eher auf den Stadtplan als auf die Explorer Map verzichten.

IMG_5730

 IMG_5737

Und dann gibts da noch so ein Zwischending, die pinken Landranger Maps. Diese bringen doppelt so viel Gegend auf eine Karte wie eine Explorer Map, sind also 1 : 50 000 (2 cm sind 1 km bzw. 1 ¼ Zoll sind 1 Meile), verlieren aber das Detail der Explorer Maps. Anscheinend sind sie sehr beliebt, bei mir jedoch nicht sonderlich, deswegen habe ich gerade mal drei Stück. Und die auch eigentlich nur von schottischen Landesteilen, denn, you know, there’s not so much to print on a map. Wenn ich auf diese Karten schaue, sehe ich in erster Linie Höhenlinien, die mir viel zu aufdringlich erscheinen. Kann man machen, erfüllen auch ihre Funktion, aber hübsch sind sie nicht. But it’s purely a matter of taste.

IMG_5735

Die Karten gibt es online direkt beim Ordnance Survey, aber auch bei Amazon & Co. und natürlich vor Ort in den Buchhandlungen. Letztere empfehle ich, egal ab unabhängiger Village-Shop in den Highlands oder die großen Ketten wie WH Smith und Waterstone’s, oft gibt es 3-for-2-Angebote, die einen noch mehr zum Kartenfieber verleiten. Und wer den Duft einer OS Map erst einmal geschnüffelt hat, die Detailverliebtheit und Liebe zur Perfektion erkannt hat, der findet jede andere Karte hässlich.