On Derwent Water’s pretty Shore

Ist es diese raue, düstere Landschaft bestehend aus kargen Bergen und tiefen Wäldern, in die sich der nebelverhangene Derwent Water im nordwestenglischen County Cumbria einbettet? Oder ist es diese liebliche, sanfte Landschaft aus Rosenhecken entlang kurvigen Wanderwegen, grasenden Schafen und liebevoll gepflegten Gärten, die „die Lakes“ zu einem der beliebtesten, englischen Aktivurlauber-Ferienorte machen?
Derwent Water kann beide Stimmungen vermitteln. Und nicht nur das. Heißer Glühwein zwischen schneebedeckten Wiesen und Bergen bei -5° am Weihnachtsmarkt an Keswicks Ufer? BBQ & Sonnenbaden bei brütender Hitze auf einer der vielen kleinen Inseln nach mehrstündiger Boots- oder gar Kajaktour? Oder ein leckeres Egg & Cress-Sandwich samt Cider auf der Bank eines ufernahen Pubs nach anstrengender Bergwanderung zu Catbells Summit? Alles möglich, kommt ein bisschen auf die Jahreszeit an.

Der Lake District befindet sich inmitten der höchsten Berge Englands, Scarfell Pike ist mit 978m der höchste. Bitte nicht die scheinbar geringe Höhe unterschätzen, die Vegetationsgrenze liegt so um die 200m, alles oberhalb besteht aus Fels und Geröll. Wenn man am Fuße eines Berges steht, befindet man sich meist gerade so über Normalnull, darf also ’nen Kilometer nach oben schauen, um den Summit zu erblicken. Soll heißen: Diese Berge sind echte Berge. Vielleicht nicht Hochalpin mit Gletscher und so, aber vergleichbar mit unseren Mittelgebirgen sind sie auch nicht. Also bitte etwas mehr Respekt. Und Vorsicht!

Das Meer, in diesem Fall die irische See, ist nicht weit, also können sich sehr schnell und unerwartet Wetterlagen ändern und man steht innerhalb weniger Minuten im Nebel einer Wolke und sieht die eigenen Füße nicht mehr.

Unten im Tal liegen neben den romatischen Seen kleine, malerische Orte, wie z.B. Ambleside am Lake Windermere, Grasmere an gleichnamigen Lake Grasmere oder wie hier auf dem Bild Keswick, die Outdoor-Capital Englands am Derwent Water.

Seitdem ich das erste Mal da war, zieht es mich immer wieder in diese Gegend. Sie hat etwas Magisches, Mystisches, Unbeschreibliches. Man meint, nirgendswo sonst sind die Seen tiefer, die Berge höher, die Täler enger, die Pässe steiler und die Pubs gemütlicher. Die Küste ist, wie überall in England, nicht weit, aber ausnahmsweise eher unspektakulär, wenn auch Morecambe Bay und Walney Island nett sind, Sellafield ist es nicht. Am besten schnappt man sich die OS Travel Map Tour 3, ignoriert die Westküste und erforscht das Herz Cumbrias, den Lake District.

In this frenzical city how sadly I roam
And pine for the peace of my Cumbrian home;

Dear Keswick I love you in sun or in rain
Oh when shall I see your grey rooftops again?

Oh when shall I wander again on Catbells
And gaze at the slopes of the fair Newlands fells?
Oh when shall I climb to Skiddaw’s snowy top?
Oh when will this exile from Cumberland stop?

Derwentwater I dreamt of your beauty last night,
I walked on your shores in the soft evening light,
I climbed Castlehead and drank in that great view;
Oh when will my dream of enchantment come true?

Farewell to the city, the noise and the grime
I am walking your streets for the very last time.
Of what use are status and riches to me?
I’ll go to the mountains and there I’ll be free.

Blencathra stands boldly the exile to greet,
The sweet vale of Keswick is spread at my feet,
Now Causey Pike’s summit stands clear to the west
And I have come home to the place I love best.

[Cumbrian Folk Song]

 

 

 

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