Die schönste Möglichkeit…

…von Tower Hamlets nach Southwark zu kommen. Und wieder zurück. Über die A100, denn die führt über die Tower Bridge und übers Flüsschen, generally known as River Thames. Kurz nach rechts schauen, Tower, City, London Bridge und das Flüsschen, HMS Belfast, The Shard, City Hall. Tief durchatmen. Nach links schauen: Butlers Wharf, noch mehr Flüsschen, St Katharine’s Pier. Und vielleicht ein Thames Clipper, auf dem Weg zum O2 oder raus nach Woolwich.

Wo, zum Teufel, ist das nächste Pub…?

Ein paar Infos zum gerade besuchten Castle? Kein Problem. Uff, Regen. Ob das heute so bleibt? Egal, erstmal ’nen Kaffee. Wo ist der nächte Costa…?
Quer durch die Gegend navigieren, egal ob zu Fuß, per Bahn oder Auto ist mit Hilfe des Internets viel unkomplizierter. Wenn man alleine reist, spielt auch noch die soziale Komponente eine Rolle: Schnell mal bei Twitter, Facebook und Co. mit Freunden schreiben und Photos teilen. Oder bei spontaner Urlaubsplanung: Was kostet das Travelodge in Lancaster? Gibt’s ein gutes B&B auf Ardnamurchan? Wie schnell komme ich da hin? Und wo, zum Teufel, ist das nächste Pub…?

B&Bs bieten sehr oft WiFi, das ist dann auch meist kostenlos und unlimitiert. Cafès und Fastfoodrestaurants bieten dies auch, oft aber nur für eine bestimmte Zeit oder bis zu einer bestimmten Menge kostenlos. Die meisten Hotels sehen WiFi noch als Zusatzverdienst und nehmen, je nach Kette, teils Wucherpreise.

Für unterwegs brauchts also eine Prepaidkarte fürs Smartphone, auf den Inseln „Pay as you go“ oder „Pay & Go“ genannt. Die gibt’s im UK problemlos, ohne Registrierung, teilweise an der Supermarktkasse und entweder kostenlos oder für sehr wenige britischen Pfünderchen. Ist das Mobiltelefon nicht vom heimischen Betreiber für andere Karten gesperrt, ist die Pay as you go trotz immer günstiger werdende EU-Roamingpreise die bessere Alternative.

Wer sich außerhalb Ballungsgebieten in den Ferienregionen herumtreibt, sollte nicht den günstigsten Tarif und Betreiber aussuchen, denn gerade in abgelegenen Gebieten trennt sich die Spreu vom Weizen der Netzbetreiber. Der günstige Tarif nützt einem in den Highlands nichts, wenn das Mobiltelefon 50km vom Netz entfernt ist. Urlauber in den Nationalparks im Norden Englands, im ländlichen Wales, an den Küstengebieten im Südwesten und erst recht in den Highlands und auf den Hebriden sollten sich die Netzabdeckungskarten der Betreiber, die Coverage Maps, sehr genau ansehen.

Im UK gibt es vier Mobilfunknetzbetreiber, neben O2, Vodafone und 3 haben sich gerade Orange und T-Mobile zu einem neuen großen zusammengeschlossen. Diese Unternehmen betreiben eigene Netze und lassen in diese weitere Provider, Reseller. Um einen Überblick zu gewinnen, liste ich einige Tarife auf, ohne jegliche Gewähr auf Vollständigkeit. Zudem mit Blick eines UK-Urlaubers, der Internet verwendet und eher mit Deutschland telefonieren möchte, als innerhalb UKs. Für Auswanderer und Briten bietet sich also oft ein anderer Tarif eher an.

Wir reden hier über das UK, also England, Wales, Schottland und Nordirland. In der Republik Irland, auf der Isle of Man und auf den Kanalsinseln gibt es andere Mobilfunkbetreiber und Tarife, dazu später einmal mehr.

Tarife und Netze ändern sich, diese Informationen sind Stand November 2012. Von Zeit zu Zeit werde ich über große Veränderungen berichten.

Netzbetreiber im UK

O2 (o2.co.uk)

O2-UK ist das alte BT Cellnet, also das Netz der British Telecom, heute in Hand der spanischen Telefónica. Es hat eine gute 2G-Versorgung (GSM 900) für Telefonie, auch in abgelegenen Gebieten. Die 3G-Versorgung (UMTS 2100 & UMTS 900) am Land ist sehr unterschiedlich, aber Ballungsgebiete, Städte und Ortschaften über 1000 Einwohner sind gut versorgt (Netzabdeckungskarte).

Vodafone (vodafone.co.uk)
Vodafone betreibt, wie O2, sein Netz seit den frühen 90ern, hat eine gute 2G-Versorgung (GSM 900) und auch gute 3G-Versorgung (UMTS 2100), wenn man von abgelegenen, ländlichen Regionen wie z.B. den Highlands absieht (Netzabdeckungskarte).

EverythingEverywhere (T-Mobile UK & Orange) (ee.co.uk)

EE ist der jüngste Betreiber im UK und ein Zusammenschluss aus der französischen Orange und der deutschen T-Mobile, die Ihre 2G- (GSM 1800) und 3G-Netze (UMTS 2100) zusammengelegt haben, um so mehr Kunden mit besserem Netz versorgen zu können. Orange hatte eine gute 2G-Versorgung, auch in abgelgenen Orten, T-Mobile eine gute 3G-Versorgung. Kunden profitieren also von der doppelten Anzahl an verfügbaren Netzen und damit eine höhere Chance auf Versorgung. Zudem ist EE momentan der einzige Anbieter mit verfügbarem 4G-Netz (LTE 1800) in größeren Städten (Netzabdeckungskarte).

Pay as you go-Tarife werden aktuell noch von Orange (orange.co.uk) und T-Mobile (t-mobile.co.uk) vermarktet, auf der Website von EE findet man derzeit nur Vertragstarife.

3 (three.co.uk)

3 gehört zum chinesischen Konzern Hutchison Whampoa und hat ein gut ausgebautes 3G-Netz (UMTS 2100), jedoch in abgelegenen Gebieten wie den Hebriden und Nordirland nicht überall Netzversorgung. Es besteht in diesen Gebieten ein Roamingabkommen mit Orange, Kunden können also das Orange-2G-Netz (jetzt Teil des EE-Netzes) für Telefonie mitnutzen (Netzabdeckungskarte). Ein eigenes 2G-Netz unterhält 3 nicht, wartet jedoch, wie O2 und Vodafone auch, auf Lizenzerteilung zum Aufbau eines 4G-Netzes. Pluspunkt für viele: Tethering (also Nutzung der Internetflat am Notebook) und Voice over IP (Skype, SIP) sind gestattet und funktionieren. All-you-can-eat-Data ist eine der wenigen, echten Flatrates, also ohne Mehrkosten oder Geschwindigkeitsdrosselung.

Ausgewählte Provider/Reseller

O2, Vodafone, EE, 3 und Virgin haben eigene Läden auf den High Streets und Shopping Centres im Land. In diesen kann man natürlich nur die SIM-Karte des jeweiligen Betreibers kaufen. Daneben gibt es unabhängige Telefonläden und Ketten wie u.a. Carphone Warehouse, die SIM-Karten mehrerer Netzbetreiber und Provider verkaufen. An Supermarktkassen findet man oft nur SIM-Karten der Supermarkteigenen Provider (TescoMobile, ASDA Mobile), jedoch gibt es in großen Märkten Mobilfunkabteilungen, die Karten anderer Betreiber und Provider verkaufen und aufladen. Und dann gibt es noch die vielen, kleinen Lädchen um die Ecke, die Off-Licences, Londis und Premiers, in denen man oft auch SIM-Karten kaufen und aufladen kann.

Einige wenige Discounter bieten nur Online-Versand an. Mit einer britischen Adresse kann man sich fast jede Karte kostenlos zuschicken lassen, ohne Adresse wird man für wenige £ auch bei ebay.co.uk notfalls fündig.

Man kauft die Karte (oft ist sie ja kostenlos), läd seinen ersten Credit auf („I’d like to top up my Pay as you go…“) steckt sie ohne Registrierung ins Smartphone und… Biiing! Da ist Begrüßungs-SMS mit eigener Rufnummer, los geht’s.