Ankommen auf vier Rädern

Für Zug und Flug gab es präzise Detailinformationen von mir, für Reisen mit dem Auto erspare ich mir das. Es ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, aber es ist einfach, gemütlich, unkompliziert. Ich liebe es.

Das Auto ist definitiv mein Lieblingsfortbewegungsmittel auf den Inseln. Und wenn man in jede erdenkliche Ecke der Inseln reisen möchte ohne eine Mehrtageswanderung einzuplanen, dann ist es die einzige Möglichkeit.

Freilich kann man auch auf mehr als vier Rädern ankommen: Mit dem Linienbus (Ja, es gibt welche), mit dem Reisebus (wie langweilig), vielleicht auch als Hitchhiker im LKW (Gosh, serious?). Diese Möglichkeiten lasse ich mal bewusst aus.

Die Inseln wären keine Inseln, wenn kein Wasser drumherum wäre. Genau hier stellt sich schon die erste Gewissensfrage: Fähre oder Tunnel?

Fähren (von Calais, Dunkerque und Boulogne-sur-Mer) sind meist günstiger als der Eurotunnel, längst nicht so schnell, aber empfehlenswert, wenn man zwei gemütliche Stunden über den Kanal shippern will und sich bei einem Käffchen zur Cornish Pasty von der langen Autofahrt erholen möchte. Genau das bietet die Fähre, auch noch vor spektakulärer Kulisse: Den White Cliffs of Dover.

Manche Technikfans (wie mich) wird der Tunnel interessieren, schließlich fährt man mit dem Auto in einen Zug, der dann den Kanal unterquert. Excited? Not really, es ist stinklangweilig. Tief im französischen Hinterland bei Coquelles fährt man in einen Zug, der innen einer viel zu langen Waschanlage ähnelt. Hier parkt man, stellt sein Radio auf die angegebe Frequenz ein, lauscht Sicherheitshinweisen und bewundert LED-Anzeigen.

Gut 30 Minuten später verlässt man die Waschanlage. Das Auto ist nicht sauber geworden und man hat weder Meer noch White Cliffs gesehen, denn man darf im Hinterland von Folkstone gleich aus dem Zug auf den M20 Richtung London auffahren.

Also: Fähre! Sowas von. Von Calais mit P&O oder DFDS, von Dunkerque nur mit DFDS und von Boulogne mit LD Lines: Alle kommen in Dover an, von dort gehts auf die A2 (M2) Richtung Canterbury oder auf dem M20 Richtung Ashford.

Wer nach Nordengland oder Schottland möchte, der sollte sich vielleicht auf der DFDS-Linie IJmuiden (bei Amsterdam/Haarlem) nach Newcastle-upon-Tyne eine Kabine buchen, denn so verbringt man eine Nacht auf der Nordsee und ist morgens ausgeschlafen zur Weiterfahrt in Newcastle.

Dann gibts noch Verbindungen von Rotterdam, Hoek van Holland und Zeebrugge nach Hull und Harwich, zudem von französischen Hafenstädten in der Normandie und der Bretagne nach Südengland. Veilleicht ist da ja was passendes dabei.

Möchte man weiter nach Irland, so verkehren die Hauptrouten von Pembroke, Fishguard und Swansea im Südwesten Wales in den Süden Irlands, von Holyhead in Nordwales in den Raum Dublin, von Liverpool nach Dublin und Nordirland und von Schottland aus nur nach Nordirland.

Fährüberfahrten bucht man am besten vorab im Internet direkt auf den Websiten der Fährgesellschaften. Das ist meist am Günstigsten. Scheut man weder höhere Preise und evtl. längere Wartezeiten, kann man auch direkt am Hafen Tickets kaufen.
Nicht die Entfernung bestimmt den Preis, eher die Kombination aus Größe der Fähre und Fahrtintervall.
So sind im Stundentakt verkehrende Fähren nach Dover weitaus günstiger (wohl auch wg. Konkurrenzdruck) als kleine Fähren zu den äußeren Hebriden, der Isle of Man oder den Kanalinseln.

Auf den Inseln fährt man links. Zumindest da, wo die Straße breit genug dazu ist.
Linksfahren ist eigentlich gar nicht so schwer, wenn auch der britische Highway Code einige Besonderheiten bereit hält, von denen ich später berichten werde. Auf alle Fälle ist Angst vorm Linksfahren oft unbegründet. Wer ordentlich rechts fahren kann, der kann es auch links.

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