Niwbwrch Beach, Ynys Môn

Das ist der Niwbwrch Beach auf der Ynys Môn, zu gut englisch der Isle of Anglesey. Er ist einer meiner absoluten favoured Beaches. Wer kann seinen Namen aussprechen?

Links hinter dem Strand sieht man den sandigen Niwbwrch Forest, in dem das Red Squirrel Zuflucht vor dem bösen American Grey Squirrel findet, rechts Llanddwyn Island, die nur ungefähr 12 Stunden täglich Insel ist und mittig hinter der See die Berge Snowdonias auf der Nachbarinsel Großbritannien.

My First and Last

Überall auf den Inseln findet man „First and Lasts“, meist Pubs oder Inns, die sich an signifikanten geographischen Stellen befinden; das bekannteste ist wohl das an Land’s End. Irgendwie erinnern sie mich immer ein wenig an das deutsche Schild „Letzte Tankmöglichkeit vor der Autobahn“, als gäbe es dort keine Tankstellen. Bei Gretna Green an der englisch-schottischen Grenze befindet sich auch solch ein „First and Last“-Pub, ganz so, als gäbe es keinen dahinter.

Das hier ist mein „First and Last“, bis jetzt eigentlich und hoffentlich nur mein „First“.

Es steht an keiner markanten Stelle, sondern an der A2 zwischen Canterbury und Faversham und es ist nur ein langweiliges Little Chef.
Aber hier hatte ich Erstkontakt mit einem Briten und gleich anschließend meine ersten Fish & Chippies. Frisch mehrfach frittiert, Pea Mash dazu und Vinegar darüber, dazu einen großen, starken Americano aus der Kenco-Maschine. Zudem die Möglichkeit, in ungefährlicher Entfernung das Verhalten der Briten zu studieren, denn, ja, irgendwie läuft hier alles schon ein bisschen anders als am Kontinent.

Ich werde es immer wieder besuchen, nur der Tradition wegen. Es ist nicht irgendeine Tradition, es ist meine eigene. Ich liebe solche Orte.

 

 

 

Dover, Kent

Egal wie, wir sind nun endlich angekommen. Vielleicht sogar in Dover im schönen WhiteCliffsCountry.

Ich mag Dover. Nicht gerade das hübscheste Städtchen, das Fährterminal ist eher hässlich und die Promenade nicht wirklich einladend (sofern man die Hochhauszeile überhaupt als Promenade bezeichnen kann), aber ich mag Dover.

Denn Dover hat einiges zu bieten. Könnte ich noch einmal zum ersten Mal nach England reisen, mein erster Trip würde von der Fähre runter, durch Border Agency, Customs und den ersten Kreisel, an der Ampel rechts und gleich nochmal rechts, hoch zum Dover Castle führen.
Ja, es ist manchmal voller Touristen. Ja, es ist eins der teuersten Properties, die der English Heritage zu bieten hat. Aber es kann niemand abstreiten: Es ist eins der schönsten und größten Castles überhaupt. Nehmt es mit. Gerade mit einem Overseas Pass vom English Heritage relativiert sich der Eintrittspreis. Und wer rauf auf den Tower klettert, der bekommt eine wunderschöne 360°-Sicht auf die Stadt, das Meer, das Fährterminal und die White Cliffs. Bei guter Sicht kann man rüber bis zum Kontinent schauen und sieht am Horizont das Cap Blanc-Nez in der Sonne funkeln. Hach.

Und noch ein Highlight, einfachst zu erreichen: Vom Castle kommend zweimal rechts abbiegen (Ja, das ist wie das Linksabbiegen auf dem Kontinent) und man landet in der Upper Road, die hoch auf die Klippen führt. Hier parkt man am National Trust Parkplatz und bestaunt The White Cliffs of Dover. Am liebsten am Abend, da ist dann der Parkplatz geschlossen, aber man findet schon eine Parkmöglichkeit nahe der Spitzkehre. Denn abends sind hier weniger Touris unterwegs und die wahre Bevölkerung der Klippen traut sich heraus: Hasen. Hunderte. Zwischen ihnen findet man auf alle Fälle noch ein Plätzchen im kurzen Klippengras, notfalls auch auf einer Bank, um dem Treiben am Fährterminal zu folgen. Die Sichheitshinweise und Durchsagen schallen von unten, man versteht jedes Wort.

Von hier kann man einen Abendspaziergang zum South Foreland Lighthouse machen, oder noch ein Stückchen weiter, in St-Margarets-at-the-Cliffs, im gemütlichen Pub The Coastguard sein erstes echtes Pint zu sich nehmen.

Welch glorreicher Abend. Cheers!

Ankommen auf vier Rädern

Für Zug und Flug gab es präzise Detailinformationen von mir, für Reisen mit dem Auto erspare ich mir das. Es ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, aber es ist einfach, gemütlich, unkompliziert. Ich liebe es.

Das Auto ist definitiv mein Lieblingsfortbewegungsmittel auf den Inseln. Und wenn man in jede erdenkliche Ecke der Inseln reisen möchte ohne eine Mehrtageswanderung einzuplanen, dann ist es die einzige Möglichkeit.

Freilich kann man auch auf mehr als vier Rädern ankommen: Mit dem Linienbus (Ja, es gibt welche), mit dem Reisebus (wie langweilig), vielleicht auch als Hitchhiker im LKW (Gosh, serious?). Diese Möglichkeiten lasse ich mal bewusst aus.

Die Inseln wären keine Inseln, wenn kein Wasser drumherum wäre. Genau hier stellt sich schon die erste Gewissensfrage: Fähre oder Tunnel?

Fähren (von Calais, Dunkerque und Boulogne-sur-Mer) sind meist günstiger als der Eurotunnel, längst nicht so schnell, aber empfehlenswert, wenn man zwei gemütliche Stunden über den Kanal shippern will und sich bei einem Käffchen zur Cornish Pasty von der langen Autofahrt erholen möchte. Genau das bietet die Fähre, auch noch vor spektakulärer Kulisse: Den White Cliffs of Dover.

Manche Technikfans (wie mich) wird der Tunnel interessieren, schließlich fährt man mit dem Auto in einen Zug, der dann den Kanal unterquert. Excited? Not really, es ist stinklangweilig. Tief im französischen Hinterland bei Coquelles fährt man in einen Zug, der innen einer viel zu langen Waschanlage ähnelt. Hier parkt man, stellt sein Radio auf die angegebe Frequenz ein, lauscht Sicherheitshinweisen und bewundert LED-Anzeigen.

Gut 30 Minuten später verlässt man die Waschanlage. Das Auto ist nicht sauber geworden und man hat weder Meer noch White Cliffs gesehen, denn man darf im Hinterland von Folkstone gleich aus dem Zug auf den M20 Richtung London auffahren.

Also: Fähre! Sowas von. Von Calais mit P&O oder DFDS, von Dunkerque nur mit DFDS und von Boulogne mit LD Lines: Alle kommen in Dover an, von dort gehts auf die A2 (M2) Richtung Canterbury oder auf dem M20 Richtung Ashford.

Wer nach Nordengland oder Schottland möchte, der sollte sich vielleicht auf der DFDS-Linie IJmuiden (bei Amsterdam/Haarlem) nach Newcastle-upon-Tyne eine Kabine buchen, denn so verbringt man eine Nacht auf der Nordsee und ist morgens ausgeschlafen zur Weiterfahrt in Newcastle.

Dann gibts noch Verbindungen von Rotterdam, Hoek van Holland und Zeebrugge nach Hull und Harwich, zudem von französischen Hafenstädten in der Normandie und der Bretagne nach Südengland. Veilleicht ist da ja was passendes dabei.

Möchte man weiter nach Irland, so verkehren die Hauptrouten von Pembroke, Fishguard und Swansea im Südwesten Wales in den Süden Irlands, von Holyhead in Nordwales in den Raum Dublin, von Liverpool nach Dublin und Nordirland und von Schottland aus nur nach Nordirland.

Fährüberfahrten bucht man am besten vorab im Internet direkt auf den Websiten der Fährgesellschaften. Das ist meist am Günstigsten. Scheut man weder höhere Preise und evtl. längere Wartezeiten, kann man auch direkt am Hafen Tickets kaufen.
Nicht die Entfernung bestimmt den Preis, eher die Kombination aus Größe der Fähre und Fahrtintervall.
So sind im Stundentakt verkehrende Fähren nach Dover weitaus günstiger (wohl auch wg. Konkurrenzdruck) als kleine Fähren zu den äußeren Hebriden, der Isle of Man oder den Kanalinseln.

Auf den Inseln fährt man links. Zumindest da, wo die Straße breit genug dazu ist.
Linksfahren ist eigentlich gar nicht so schwer, wenn auch der britische Highway Code einige Besonderheiten bereit hält, von denen ich später berichten werde. Auf alle Fälle ist Angst vorm Linksfahren oft unbegründet. Wer ordentlich rechts fahren kann, der kann es auch links.